Studien
IWP 06. Februar 2023

Der öffentliche Sektor. Neu: Verwaltungslöhne unter der Lupe.

Das Verwaltungszentrum Werd von aussen fotografiert anlaesslich der Praesentation des Budget 2019 sowie die Finanzplanung bis zum Jahr 2022, am Dienstag, 25. September 2018 in Zuerich. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Der Staat ist Hauptakteur des Wirtschaftsgeschehens. Von drei Franken, die in der Schweiz erwirtschaftet werden, fliesst einer durch seine Hände – und die anderen beiden werden durch ihn beeinflusst. Das IWP nimmt die Wechselwirkung zwischen Staat, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unter die Lupe. In der Studie «Staatliche und staatsnahe Beschäftigung in der Schweiz» gehen Dr. Marco Portmann, Bereichsleiter Institutionen, Professor Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor, dem öffentlichen Sektor auf den Grund. Neu wird die Studie um eine Analyse der Löhne in der Verwaltung und in der Privatwirtschaft ergänzt. Zusammen mit Frederik Blümel, Doktorand im Bereich Institutionen, haben die Autoren erstmals die Löhne von «statistischen Zwillingen» verglichen – also Personen mit dem gleichen Alter, Geschlecht, Bildungshintergrund und weiteren eindeutigen Merkmalen.

Auf allen Verwaltungsebenen gibt es gegenüber der Privatwirtschaft Lohnprämien. Im Durchschnitt beträgt sie beim Bund 11.6 Prozent, in den Kantonen 4.3 Prozent und in den Gemeinden 3.4 Prozent. Die tiefen Löhne weisen die höchsten Lohnprämien auf. Beim Bund ist sie mit bis zu 16.8 Prozent am grössten. Mit steigendem Einkommen sinken die Lohnprämien: bei den höchsten Löhnen betragen sie beim Bund noch 6.5 Prozent. In den kommunalen und kantonalen Verwaltungen entsprechen die hohen Löhne in etwa Marktlöhnen. Nur in den Gemeinden liegen die höchsten Löhne leicht unter jenen der Privatwirtschaft.

Die Studie widmet sich ausserdem der Beschäftigung im öffentlichen Sektor und dem Verwaltungswachstum. Für ihre umfassende Bestandesaufnahme haben Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Dr. Marco Portmann neben der öffentlichen Verwaltung auch die staatlichen und staatsnahen Institute und Unternehmen berücksichtigt. Damit entfallen 2019 rund 16.9 Prozent der Gesamtbeschäftigung auf den öffentlichen Sektor. Zudem wuchs die Beschäftigung im öffentlichen Sektor zwischen 2011 und 2019 auch deutlich schneller als in der Privatwirtschaft, nämlich 11 Prozent im Vergleich zu 8.8 Prozent (in Vollzeitäquivalenten).

Weitere Themen der Studie sind:

  • Wo liegen die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Sektor?
  • Wie steht es um die Schweiz im europäischen Vergleich?
  • Die ökonomische Theorie: Wieso wächst die Verwaltung?