Studien
IWP 12. Juni 2024

Neue Studie: Lohnprämie beim Bund unverändert bei 12%.

Das Bundeshaus fotografiert bei straken Wind am 12, 3 2018 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Die jährlich vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Lohnstatistiken geben regelmässig Anlass zu der Frage, ob beim Staat höhere Löhne gezahlt werden als in der Privatwirtschaft. Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Finanzlage des Bundes gewinnt diese Frage an Brisanz.

In einer Studie hat das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern 2023 erstmals gezeigt, dass die Löhne in den Verwaltungen von Bund, Kantonen und Gemeinden höher liegen als in der Privatwirtschaft. Dabei wurde untersucht, ob Angestellte in der Verwaltung mehr verdienen als in der Privatwirtschaft, wenn sie hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung und weiterer Merkmale gleich sind. Die Lohnanalyse des IWP wurde medial breit rezipiert und gab Anlass zu öffentlichen Debatten, parlamentarischen Vorstössen und Antworten des Bundesrates.

In einer neuen Studie von Dr. Marco Portmann, MA Frederik Blümel und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger wird die Diskussion in dreierlei Hinsicht vertieft: Erstens werden die Löhne jetzt auch anhand der zweijährlich stattfindenden Lohnstrukturerhebung (LSE) untersucht, während die Vorjahresstudie allein auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) basierte. Zweitens werden die neuesten verfügbaren Daten einbezogen. Und drittens zeigt die Studie, dass die Schätzungen robust gegenüber verschiedenen methodischen Annahmen sind.

Die Hauptergebnisse der neuen Untersuchung präsentieren sich wie folgt:

Die neuesten SAKE-Daten bestätigen die Ergebnisse der letztjährigen Studie: Die durchschnittlichen Lohnprämien der Verwaltungen gegenüber der Privatwirtschaft betragen für den Bund 11.7 %, für die Kantone 5.4 % und für die Gemeinden 4.5 %. Basierend auf der LSE beträgt die durchschnittliche Lohnprämie in der Bundesverwaltung 13.9 %, bei den Kantonen sind es 2.3 % und bei den Gemeinden -0.5 %.

Trotz unterschiedlicher Erhebungsansätze sind die berechneten Lohnunterschiede für die Bundes- und Kantonsverwaltungen weitgehend ähnlich. Die LSE unterscheidet sich von der SAKE in der Anzahl der Befragten und dem Befragungsumfang erheblich. Die Kombination der beiden Datensätze – der eine detailliert, aber weniger umfangreich, der andere umfangreich, aber weniger detailliert – ermöglicht sehr zuverlässige Schätzungen der Lohnprämien.

Zudem zeigt die Studie, dass die Lohndifferenzen gegenüber der Privatwirtschaft innerhalb der Verwaltungsmitarbeiter variieren. Insbesondere Frauen, Beschäftigte mit niedrigeren Löhnen sowie ältere und langjährige Mitarbeiter erhalten vergleichsweise hohe Lohnprämien.

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