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IWP 21. November 2024

Können Männer Frauen in EU-Themen vertreten? Was die Fakten dazu sagen.

Wp 21167 SRF Club3

Das Verhältnis der Schweiz zur EU betrifft die gesamte Bevölkerung – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Region. Können Männer Frauen bei einem so bedeutsamen Thema angemessen vertreten, oder sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu gross? Die Tatsache, dass in der SRF-Sendung «Club» eine reine Männerrunde über das Verhältnis Schweiz–EU debattierte, sorgte für breite Diskussionen in den Medien. Dies nahmen Yves Kläy, Dr. Marco Portmann und Prof. Dr. David Stadelmann vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik zum Anlass, einen kurzen Faktencheck durchzuführen.

Seit den 1990er Jahren stimmten die Schweizer Stimmbürger 11-mal über EU-Themen ab. Die Zustimmung von Frauen und Männern lag dabei im Durchschnitt nur rund 3 Prozentpunkte auseinander. Das geht aus den VOX-Nachabstimmungsbefragungen von GFS.Bern hervor. Obwohl sich die Schere bei der Frontex-Abstimmung auf 10 Prozentpunkte öffnete, wäre keine der Abstimmungen anders ausgefallen, hätten nur Frauen oder nur Männer abgestimmt.

Weiter lässt sich anhand der Parlameter-Daten des IWP analysieren, ob zwischen männlichen und weiblichen Politikern Repräsentationsunterschiede bestehen. Für die Bundesparlamentarier lässt sich vergleichen, wie ausgeprägt ihr Stimmverhalten im Parlament mit jenem der Stimmbürger bei den gleichen EU-Vorlagen übereinstimmt. Dabei zeigt sich, dass männliche und weibliche Stimmbürger von den Parlamentariern beider Geschlechter jeweils gleich gut vertreten wurden.

Damit zeigt sich bei EU-Themen, was sich weitestgehend auf andere Politikbereiche verallgemeinern lässt: Das Geschlecht der Volksvertreter spielt für die substanzielle, inhaltliche Vertretung der Bürger im Gegensatz zur Parteizugehörigkeit kaum eine Rolle.