Der vieldiskutierte Fachkräftemangel hänge auch mit dem Staatswachstum zusammen, sagt Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger im Interview mit der «Schweizerischen Gewerbezeitung». Der Staat ziehe Aufgaben an sich und reguliere Dinge, die er besser dem Markt überlassen würde. Staatsnahe Betriebe wie die BKW oder die SBB seien weit ausserhalb ihres Kernauftrags aktiv.
«Der Staat setzt dafür Arbeitskräfte ein, die er dem privaten Sektor entzieht.»
Dieses Problem werde dadurch verstärkt, dass gerade der Bund ein besonders attraktiver Arbeitgeber sei. Eine Studie des IWP hat gezeigt, dass Staatsangestellte beim Bund durchschnittlich 12 % mehr Lohn erhalten als in vergleichbaren Stellen in der Privatwirtschaft. Dies werde für KMU zu Problem, da sie die Löhne nur im Rahmen ihres Produktivitätswachstums erhöhen könnten. Die Wettbewerbsfähigkeit leide, wenn nicht auf Zuwanderer zurückgegriffen werden könne – oder die Produktion ins Ausland verlegt werde.
Wo angesetzt werden muss, um den Fachkräftemangel zu dämpfen, erklärt Christoph Schaltegger im Interview.