Interviews
IWP 13. September 2022

Rettungsschirm für die Strombranche: Vergemeinschaftung der Haftungsrisiken. 

Das Logo des Energiekonzerns Axpo am Hauptsitz, aufgenommen am Donnerstag, 10. Februar 2022 in Baden. (KEYSTONE/Michael Buholzer)

Der Aufschrei war gross, als Bundesrätin Simonetta Sommaruga letzte Woche verkündete, dass der Bund dem Stromkonzern Axpo einen Notkredit in der Höhe von vier Milliarden Franken bereitstellt. Die Begründung: Weil die Strompreise explodieren, fehlen dem grössten Energieunternehmen der Schweiz die flüssigen Mittel. Professor Dr. Christoph A. Schaltegger kritisiert diesen Schritt in einem Interview mit der Handelszeitung.

«Dass die beteiligten Kantone als Aktionäre die Verantwortung und die Kosten dafür einfach an den Bund weiterschieben, ist falsch.»

christoph a. schaltegger

Die Verschärfung der Lage hatte sich seit Monaten abgezeichnet, ohne dass es den Eigentümerkantonen gelang, eine Lösung zu finden. Nun springt der Bund ein, womit alle alle 26 Kantone das Risiko tragen. Christoph A. Schaltegger warnt vor einer Kettenreaktion, da nun ein Präzedenzfall geschaffen werde.

«Der Rettungsschirm löst einen gefährlichen Flächenbrand an Staatsinterventionen und Dirigismus aus. »

Christoph a. schaltegger

Die steigenden Strompreise der geretteten Axpo werde die Wirtschaft hart treffen. Den betroffenen Firmen könne man schwerlich eine staatlichen Rettungsschirm verwehren, nachdem man bereits die Strombetreiber unterstützt hat.

Weitere Themen des Interviews waren:

  • Die Verantwortung des Managements
  • Die Risiken der Rettungsaktion
  • Eine Trennung der Geschäftsbereiche der Axpo

Die Diagnose, woran die Strombranche krankt, lesen Sie hier.