Die Schweizer Strombranche durchlebt stürmische Zeiten: Die Preise an den Energiemärkten schiessen in die Höhe. Was nach einem Goldrausch klingt, hat sich für die in langfristigen Verträgen gefangenen Stromhändler ins Gegenteil verkehrt. Die Stromunternehmen sind nahe am finanziellen Kollaps. Sie müssen den Strom teuer einkaufen und zu deutlich tieferen, vertraglich festgelegten Preisen an ihre Abnehmer liefern. Die Unternehmen haben die Liquiditätsrisiken unterschätzt und sich verspekuliert. Nun will der Bundesrat einen Rettungsschirm spannen, um die Liquidität der systemkritischen Stromunternehmen zu gewährleisten.
In ihrem Beitrag erörtern Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Institutsleiter des IWP, Dr. Melanie Häner, Bereichsleiterin am IWP, und Dr. Marc Winistörfer, Lehr- und Forschungsbeauftragter an der Universität Luzern, weshalb ein solcher Rettungsschirm problematisch wäre, und welche alternativen Lösungsansätze bestehen. Sie plädieren für die Einführung einer too-big-to-fail Regulierung im Strommarkt analog zu jener des Bankensektors. Es sei höchste Zeit für eine kluge Regulierung durch den Gesetzgeber, die die Eigentümer in die Pflicht nimmt.