Der Staat ist der grösste Arbeitgeber der Schweiz – so viel ist allgemein bekannt. Wie gross die Beschäftigung im öffentlichen Sektor genau ist, geht aus den gängigen amtlichen Statistiken allerdings nur unzureichend hervor. Nicht erst seit den Liberalisierungsmassnahmen in den 1990er Jahren weicht die Grenze zwischen Staat und Privatwirtschaft zunehmend auf, da staatliche Aktivität immer häufiger in staatlichen und staatsnahen Betrieben stattfindet.
Eine neue Studie des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern geht der Beschäftigung im öffentlichen Sektor in der Schweiz auf den Grund. In akribischer Kleinarbeit haben Professor Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des IWP, und Dr. Marco Portmann, Bereichsleiter Institutionen am IWP, eine Bestandesaufnahme gemacht. Dabei haben die Autoren spannende Erkenntnisse gewonnen: Es arbeiten mehr Personen für den Staat als gemeinhin angenommen. Berücksichtigt man neben der öffentlichen Verwaltung auch die staatlichen und staatsnahen Institute und Unternehmen, entfallen 2019 rund 16.6 Prozent der Gesamtbeschäftigung auf den öffentlichen Sektor. In der offiziellen Statistik werden 9.7 Prozent ausgewiesen. Ausserdem wuchs die Beschäftigung im öffentlichen Sektor zwischen 2011 und 2019 auch deutlich schneller als in der Privatwirtschaft, nämlich 12 Prozent im Vergleich zu 8.8 Prozent (in Vollzeitäquivalenten).
Weitere Themen der Studie sind:
- Wo liegen die Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Sektor?
- Wie steht es um die Schweiz im europäischen Vergleich?
- Die ökonomische Theorie: Wieso wächst die Verwaltung?
Die Studie wurde in den Medien bereits breit rezipiert. Hier finden Sie eine Auswahl:
- «Luzerner Zeitung»: Wieder hunderte neue Stellen: Staat wächst weiter – bei Durchschnittslöhnen von 117'000 Franken beim Bund.
- «Blick»: Bundesbeamte verdienen im Schnitt 117'000 Franken
- «Tagesanzeiger»: Verdienen die Beamten zu viel?
- «Le temps»: C’est l’administration fédérale qui paie le mieux
- «Nau.ch»: Bund zahlt ein Drittel mehr Lohn als Privatsektor