Beiträge
IWP 15. März 2023

Zuwanderung: Fluch oder Segen für die Schweiz?

Vogelperspektive einer Baustelle, aufgenommen am Donnerstag, 22. September 2011, in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Die Schweiz ist seit dem Beitritt zum Schengenraum eines der beliebtesten Einwanderungs-länder Europas. Seit 2010 war das Bevölkerungswachstum gemessen an der Einwohnerzahl beinahe drei Mal grösser als in Deutschland. Dass bald die 9-Millionen Schweiz erreicht wird, hat die Diskussion um die Einwanderungspolitik jüngst neu belebt. Die «NZZ» hat am 11. März 2023 zu einem Streitgespräch zwischen Dr. Boris Zürcher, Direktor für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des IWP, geladen.

Im Gespräch sagt Schaltegger, dass die Zuwanderer zwar von den günstigen Rahmenbedingungen wie etwa der Infrastruktur oder der Verteidigung profitieren, obwohl sie sich nicht an deren Erstellung und Pflege beteiligt haben. Daher schlägt Schaltegger – in Anlehnung an eine Idee von Prof. Dr. Reiner Eichenberger – eine Einwanderungsgebühr vor. Boris Zürcher sieht eine solche «Zusatzsteuer» kritisch. Er argumentiert, dass Zuwanderer Steuern und Sozialabgaben bezahlen und sich folglich ebenfalls an den Kosten der öffentlichen Güter beteiligen.

Trotz unterschiedlicher Positionierung zur Personenfreizügigkeit mit der EU sind sich die beiden Ökonomen einig, dass eine globale Freizügigkeit nicht wünschbar sei – wieso dies für Boris Zürcher kein Widerspruch ist, lesen Sie im Artikel.

Weitere Themen des Gesprächs sind:

  • Die Vereinbarkeit von Sozialstaat und freier Zuwanderung
  • Die Entwicklung des Arbeitsethos in der Schweiz
  • Die Wirkung der Personenfreizügigkeit auf den Fachkräftemangel