Beiträge
IWP 19. März 2024

Wie solidarisch ist das Gesundheitswesen?

Doctor checking her mature patient's heart during a consultation in a medical center

In der Schweiz hat der merkliche Anstieg der Krankenkassenprämien in den letzten Jahren zu einer intensiven Diskussion über die Solidarität im Gesundheitswesen geführt. Vor allem die Pro-Kopf-Prämien stehen in der Kritik, da sie für Menschen mit niedrigerem Einkommen einen wachsenden Anteil des Haushaltsbudgets beanspruchen, was Fragen zur gerechten Verteilung der finanziellen Lasten im Gesundheitssystem aufwirft.

Dr. Melanie Häner vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern hat untersucht, wie es um die Solidarität im Gesundheitswesen steht. Sie hat dazu die Swiss Inequality Database (SID) Health des IWP genutzt. Die Datenbank zeigt ein umfassendes Bild der Umverteilung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung auf Basis von Daten der CSS, dem grössten Krankenversicherer der Schweiz. Dabei werden neben den Prämien auch die bezogenen Leistungen wie Prämienverbilligungen und die Gesundheitsleistungen berücksichtigt.

Die Daten zeigen ein klares Bild: Das Schweizer Gesundheitswesen ist solidarisch. Trotz Pro-Kopf-Prämien tragen Gutverdiener deutlich mehr zum Gesundheitswesen bei als Geringverdiener. Im Jahr 2019 haben die einkommensstärksten 25% pro Kopf einen Beitrag in der Höhe einer Jahresprämie (4'368 Franken) geleistet, indem sie entweder weniger Leistungen bezogen und/oder mehr zu deren Finanzierung beigetragen haben als der Durchschnitt. Im Gegensatz dazu haben die untersten 25% pro Kopf einen Beitrag von 4’042 Franken erhalten, indem sie entweder mehr Leistungen bezogen und/oder weniger zur Finanzierung beigetragen haben.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag, der in der Schweizerischen Ärztezeitung erschienen ist.