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IWP 17. Mai 2023

Was macht den Generationenvertrag zukunftstauglich?

Photo of grandparents and grandson on a lake dock

Die jüngere Generation zahlt in die Sozialwerke ein und unterstützt damit die Älteren – so steht es im Generationenvertrag. Doch durch den demographischen Wandel und eine veränderte Arbeitswelt steht dieses Modell unter Druck. Zu diesem Schluss gelangte Dr. Melanie Häner in ihrem Referat an der NZZ Live Veranstaltung «Familie und Gesellschaft: Was taugt der Generationenvertrag?».

Damit der Vertrag zukunftstauglich bleibt, müsse er umfassend betrachtet werden, sagte Häner. Er erschöpfe sich nicht in der Alterssicherung, sondern bestehe aus mannigfaltigen innerfamiliären und gesamtgesellschaftlichen Komponenten. Er begleite die Menschen ein Leben lang, von der Wiege bis ins Grab. Drei Schlüsselrezepte können gemäss Melanie Häner helfen, diesen umfassenden Generationenvertrag zu erneuern:

  1. Sozialwerke an die gesellschaftlichen Veränderungen anpassen: Neuen Familienstrukturen und Arbeitsmodellen muss ebenso Rechnung getragen werden wie der Alterung der Bevölkerung.
  2. Subsidiaritätsprinzip beachten: Der Generationenvertrag soll die Funktionen der Familien gezielt stützen, nicht aber ersetzen. Es ist immer effizienter, auf der kleinstmöglichen Ebene Unterstützung zu leisten.
  3. Die ökonomischen Konzepte der Anreize und der Opportunitätskosten im Auge behalten: Jede sozialpolitische Massnahme kann das Arbeitsverhalten der Individuen beeinflussen. Und jede sozialpolitische Massnahme führt zu Ausgaben, die nicht mehr für andere Massnahmen zur Verfügung stehen. Ist das Steuergeld einmal für Kinderkrippensubventionen ausgegeben, kann es nicht mehr gleichzeitig für Bildung ausgegeben werden.

In der anschliessenden Panel-Diskussion beleuchtete Melanie Häner gemeinsam mit dem Nationalökonomen und ehemaligen Preisüberwacher Rudolf Strahm sowie der Journalistin und Autorin Valentina Vapaux den Generationenvertrag aus der Perspektive unterschiedlicher Generationen. Während Rudolf Strahm zu den «Baby-Boomern» zählt, Melanie Häner zu der «Generation Y», ist Valentina Vapaux Teil der «Generation Z». Die engagierte Diskussion reichte von den neuen Arbeitsmodellen über «Klima-Kleber» bis hin zur Finanzierbarkeit der Schweizer Altersvorsorge. Ob der Generationenvertrag an der Generation Z zu scheitern droht, erfahren Sie im Video.