Studien
IWP 04. März 2026

Was die AHV-Versprechen künftige Steuerzahler kosten.

Senior woman shopping in grocery store.

Am 3. März 2024 sagte das Schweizer Stimmvolk Ja zur 13. AHV-Rente. Diesen Dezember wird sie zum ersten Mal ausgezahlt – doch wie sie finanziert werden soll, ist weiterhin offen.

Das IWP Policy Paper «Was die heutigen AHV-Versprechen künftige Steuerzahler kosten» von Tamara Erhardt, Joel Gysel, Dr. Melanie Häner-Müller, Dr. Marco Portmann, Dr. Karen Rudolph, Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger geht genau dieser Frage nach. Mit einer Generationenbilanz prüft die Studie, ob die versprochenen Rentenleistungen durch die erwarteten Einnahmen gedeckt sind – oder ob die Kosten an künftige Generationen weitergegeben werden.

Finanzielle Schieflage aufgrund der 13. AHV-Rente

Das Ergebnis ist deutlich: Durch die 13. AHV-Rente entsteht bis 2055 eine Finanzierungslücke von rund 62 Milliarden Franken – das entspricht 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von 2023 und damit etwa der Hälfte der damaligen Nettoschulden des Bundes. Dieses Defizit wächst bis 2072 weiter – erst dann stabilisiert es sich, weil die demografischen Effekte der Babyboomer-Generation nachlassen und die Einnahmen stärker wachsen als die Ausgaben. Ohne die 13. Rente hingegen wäre die AHV bis 2055 nachhaltig finanziert.

Drei Wege zur Finanzierung

Um die Finanzierungslücke von 62 Milliarden Franken zu schliessen, gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten. Je nach Instrument werden verschiedene Altersgruppen unterschiedlich belastet. Am ausgewogensten wäre eine Erhöhung des Rentenalters, da sie die Bezugsdauer verkürzt und damit die Belastung über die Generationen hinweg verteilt. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer würde die Last auf alle verteilen, weil auch Rentner als Konsumenten zahlen. Höhere Lohnbeiträge hingegen würden vor allem die Jüngeren treffen, weil sie die Beiträge als Erwerbstätige entrichten.

Die Wahl des Instruments ist also nicht nur eine Finanzfrage – sie ist eine Frage der Generationengerechtigkeit. Das Policy Paper liefert dafür eine sachliche Grundlage: Es zeigt, welche finanziellen Folgen die heutigen AHV-Versprechen für kommende Generationen haben und welche Reformoptionen die langfristige Finanzierung sichern können.

Ausserdem lesen Sie im Bericht:

  • Wie sich die Ausgestaltung der AHV seit ihrer Einführung 1948 verändert hat
  • Wie eine Schuldenbremse für die AHV funktionieren würde
  • Wie sich die verschiedenen Annahmen auf die prognostizierten Defizite auswirken