Beiträge
IWP 24. Januar 2023

Wächst der Wohlstand der Schweizer tatsächlich?

Metal worker using a grinder

Wenn das BIP wächst, geht es uns allen besser – so lautet die landläufige Meinung, die auch das Staatssekretariat für Wirtschaft seit Jahren vertritt. Momentan läuft in den Medien allerdings eine Debatte unter namhaften Schweizer Ökonomen, die vor falschen Schlüssen warnen. In seiner neuen «Blick» Kolumne geht Dr. René Scheu, Geschäftsführer des IWP, den Argumenten auf den Grund.

In zwei Dingen ist man sich einig: Erstens ist das BIP der Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten gewachsen und zweitens war die Zuwanderung ein wichtiger Treiber des Wachstums. Man dürfe diese beiden Entwicklungen nicht getrennt betrachten, wenn man den Wohlstand der Schweiz messen will, sagt Reiner Eichenberger, Professor an der Universität Freiburg im Üechtland. Sein Punkt: Die Zuwanderung habe nicht zu einem Wachstum des BIP pro Kopf geführt. Ja, aber, sagt der Leiter der Direktion für Arbeit im Seco Dr. Boris Zürcher. Entscheidend sei die Entwicklung des Verhältnisses von geleisteten Arbeitsstunden zum BIP-Wachstum und da zeigt sich: Wir arbeiten pro Kopf weniger, dafür aber produktiver.

René Scheu kommt zum Ergebnis, dass sich aus diesen Tatsachen zwei Schlüsse ziehen lassen – und beide sind für Herrn und Frau Schweizer nicht erfreulich.