Die politische Debatte um den Stadt-Land-Graben berücksichtigt das rasche Erstarken der Agglomerationen zu wenig, schreiben Frederik Blümel und Dr. Marco Portmann vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern in einem Beitrag für die NZZ. In den Schweizer Agglomerationen entsteht zunehmend ein neuer eigenständiger Siedlungstyp, der weder als Stadt noch als Land klassifiziert werden kann. Hier wächst die Bevölkerung am stärksten – und mit ihr die Ansprüche an staatliche Leistungen. Die kommunalen Ausgaben pro Einwohner steigen in Agglomerationsgemeinden deutlich schneller als in den Städten.
Zudem profitieren auch vermehrt Menschen aus der Stadt und vom Land von Leistungen in der Agglomeration, ohne dass sie dort Steuern bezahlen. Denn der Lebensraum der Menschen macht heute nicht mehr an den Gemeindegrenzen halt. Diese Dynamik stellt die Finanz- und Fiskalpolitik in Agglomerationsgemeinden vor neue Herausforderungen. Die Autoren der Studie schlagen diverse Lösungsansätze zur gerechteren und effizienteren Verteilung der Staatsaufgaben vor: etwa die Finanzierung von Leistungen durch Benutzergebühren oder die Bildung von Zweckgemeinden für spezifische Staatsaufgaben, beispielsweise gemeindeübergreifende Schulgemeinden.
Weitere Themen des Zeitungs-Artikels sind:
- Wie die Ausgaben in Städten, Agglomerationen und Landgemeinden wachsen.
- Weshalb Verflechtungen zwischen Gemeinden und Kantonen zunehmen.
- Welche Rolle die Demokratie bei der Ausgabensteuerung von Gemeinden spielt.