Während in den angelsächsischen Ländern seit den 1980er Jahren ein Anstieg in der Einkommensungleichheit zu beobachten ist, weist die Einkommensverteilung in der Schweiz seit fast hundert Jahren eine bemerkenswerte Konstanz auf. Dazu kommt, dass die Markteinkommen – also die Einkommen vor Steuern und Sozialtransfers – in der Schweiz gleichmässiger verteilt sind als in unseren Nachbarländern.
Aber warum ist dem so? Dieser Frage gehen Christoph Schaltegger, Melanie Häner und Nina Kalbermatter in ihrem Artikel in Die Volkswirtschaft nach. Ihre Analyse ergibt, dass die soliden Institutionen das Erfolgsrezept sind. Dazu gehören etwa das ausgeklügelte Steuersystem mit hoher kantonaler Kompetenz, der flexible Arbeitsmarkt und das duale Bildungssystem. Die Autoren plädieren dafür, diesen Erfolgsfaktoren auch in Zukunft Sorge zu tragen.