In den vergangenen dreissig Jahren lebten wir in einer Traumwelt, schreibt Professor Dr. Christoph A. Schaltegger in einem Meinungsbeitrag in der Weltwoche. Wirtschaftswachstum und steigende Steuereinnahmen hätten dafür gesorgt, dass staatliche Mittel im Überfluss vorhanden waren. Auf politischer Ebene hätten keine Entweder-Oder-Entscheidungen getroffen werden müssen, sodass Interessengruppen ihre Wunschkataloge abarbeiten konnten. Allerdings sorgten Corona, der Krieg in der Ukraine und die Inflation für ein unsanftes Erwachen. Plötzlich rückten die Opportunitätskosten wieder in den Fokus: Die Möglichkeiten seien (wieder) beschränkt, der Entscheid für eine Alternative gehe auf Kosten der nichtgewählten Alternative. Die Politik sehe sich mit einer neuen Realität konfrontiert, in der es gelte, Kosten und Nutzen von Alternativen klug gegeneinander abzuwägen.