Die finanzielle Lage des Bundes ist angespannt. Ohne geeignete Massnahmen droht in den kommenden Jahren ein wachsendes Haushaltsdefizit in Milliardenhöhe. Aus diesem Grund hat der Bundesrat kürzlich das Sparprogramm der von Serge Gaillard geleiteten Expertengruppe entgegengenommen, das mögliche Einsparpotenziale im Bundeshaushalt aufzeigt.
Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern hat zusammen mit dem Walter Eucken Institut (WEI) an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. ein Themendossier zur Austerität in der Neuen Zürcher Zeitung lanciert. In den Beiträgen und Hintergrundgesprächen analysieren international anerkannte Experten, wie der Staat effizient sparen und den Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen kann.
Diese Bestandsaufnahme kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Die Ära stetig wachsender staatlicher Ausgaben ist vorbei, und nun beginnt der politische Kampf um schmerzhafte Einsparungen. Nach der Pandemie stehen viele westliche Länder vor hohen Defiziten, auch die Schweiz. Die Zeit der Nullzinsen ist endgültig vorbei, und steigende Zinsausgaben belasten die Staatsfinanzen zusätzlich. Gleichzeitig sehen sich viele Länder aufgrund stagnierender Wirtschaftsentwicklung und einer alternden Bevölkerung mit grossen finanziellen Herausforderungen konfrontiert.
In der NZZ-Verlagsbeilage finden Sie folgende Beiträge:
- Prof. Dr. Albrecht Ritschl (London School of Economics) | «Ein Widersinn des Sparens?»
- Prof. Dr. Dr. h.c. Harold James (Princeton University) | «Die wilden 1970er Jahre als Schock»
- Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn (ifo-Institut und Universität München) | «Austerität nach griechischer Art»
- Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld (Walter Eucken Institut) | «Konsolidierung in Deutschland»
- Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld (Walter Eucken Institut), Dr. Peter A. Fischer (NZZ), Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger (IWP) und Dr. René Scheu (IWP) | «Es ist höchste Zeit, zu sparen – selbst wenn es schmerzt»
- Dr. Martin Mosler (IWP) und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger (IWP) | «Die Schweiz hat ein Ausgabenproblem, kein Einnahmenproblem»
- Prof. Dr. Tobias Straumann (Universität Zürich) und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger (IWP) | «Man kann, wenn man muss»
- Dr. Marco Portmann (IWP) | «In der Verwaltung und bei deren Löhnen sparen»
- Bundesfinanzminister Christian Lindner im Interview mit Dr. Peter A. Fischer (NZZ) und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger (IWP) | «Ich versuche, das Tempo zu reduzieren, mit dem unsere Ausgaben steigen»
- Vitor Gaspar (IMF) im Interview mit Dr. Peter A. Fischer (NZZ) und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger (IWP) | «Die weltweite öffentliche Verschuldung hat 93 Prozent des Bruttoinlandprodukts erreicht»
- Bundesrätin Karin Keller-Sutter im Interview mit Dr. René Scheu (IWP) | «Wir sollten nicht den einfachsten Weg wählen, sondern den richtigen»