Die Schweizer Finanzpolitik befindet sich an einem Wendepunkt. Die Bundesausgaben haben sich seit 1990 real verdoppelt und damit das Wachstum der Einnahmen weit überflügelt. Als Resultat dieser Entwicklung drohen dem Bundeshaushalt in den kommenden Jahren Defizite in Milliardenhöhe. Deshalb sei es nun höchste Zeit, zu einer nachhaltigen Finanzpolitik zurückzukehren, schreiben Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor IWP, und Dr. René Scheu, Geschäftsführer IWP, in einem Gastbeitrag in der NZZ.
Die Politik tue sich jedoch schwer mit Sparmassnahmen. Oft werde argumentiert, dass Sparen in Krisenzeiten die Wirtschaft bremse und eine Erholung verhindern könnte. Dies sei ein Trugschluss, sagen Christoph A. Schaltegger und René Scheu unter Berufung auf einschlägige Forschungsliteratur. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Sparen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Vertrauen schaffe und dadurch den privaten Konsum und die Investitionstätigkeit fördere. Steuererhöhungen hingegen würden die Wirtschaft in Krisenzeiten unnötig belasten und das Wachstum hemmen.