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IWP 24. November 2023

SID Health: Wer bezahlt und wer bezieht wieviel im Gesundheitswesen?

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Die neue Swiss Inequality Database (SID) Health des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität zeigt erstmals umfassend die Umverteilung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP). Indem sämtliche Finanzierungsströme und Leistungsbezüge der Versicherten berücksichtigt werden, wird die Solidarität zur messbaren Grösse. Die SID Health zeigt, wie verschiedene Einkommensgruppen finanziell belastet werden. Dazu wird die Finanzierung (Prämien, Steuern, Kostenbeteiligungen und Risikoausgleichzahlungen) mit den bezogenen Leistungen (Prämienverbilligungen, Gesundheitsleistungen) verrechnet und dann mit der Belastung des Schweizer Durchschnitts verglichen. So können Sie sich ein Bild darüber machen:

  • wie sich die gesamte Umverteilung im Gesundheitswesen von 2014 bis 2019 in der Gesamtschweiz und den einzelnen Kantonen verändert hat
  • welche Einkommensgruppe die höchsten Prämien hat
  • welche Gruppe individuelle Prämienverbilligungen erhält und welche diese finanziert
  • welche Gruppen mehr Spitalleistungen beziehen, als sie über die Steuern mitfinanzieren

Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Das Schweizer Gesundheitswesen ist solidarisch
Die Umverteilung in der OKP funktioniert und ist beträchtlich. Die einkommensstärksten 25% haben 2019 pro Kopf einen Umverteilungsbeitrag in der Höhe von rund einer Jahresprämie (4'368 Franken) geleistet. Dies, indem sie entweder weniger Leistungen bezogen und/oder mehr zu deren Finanzierung beigetragen haben als der Durchschnitt.

 2. Innerhalb des Mittelstands gibt es grosse Belastungsunterschiede
Während Versicherte im oberen Mittelstand einen Umverteilungsbeitrag von zwei Monatsprämien (807 Franken) leisten, erhalten Versicherte im unteren Mittelstand einen Umverteilungsbeitrag in der Höhe von drei Monatsprämien (1'133 Franken) pro Kopf. Das heisst: Der obere Mittelstand hilft bei der Entlastung des unteren Mittelstands mit.

3. Es gibt grosse kantonale Unterschiede in der Umverteilung
Am grössten ist die Umverteilung im Kanton Basel-Stadt. Dort haben die untersten Einkommen einen Umverteilungsbeitrag von 8'424 Franken pro Kopf erhalten, während die obersten Einkommen einen Beitrag von 9’787 Franken pro Kopf geleistet haben. Deutlich geringer fällt die Umverteilung in Nidwalden aus, wo die tiefsten Einkommen 2'708 Franken pro Kopf erhielten und die höchsten Einkommen 3'702 Franken pro Kopf leisteten.