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IWP 08. Dezember 2021

Schweizer Wirtschaftspolitik: Junge wollen mitreden.

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Neben der Forschung zu den politischen Rahmenbedingungen der Schweizer Wirtschaft ist die Vermittlung von unseren Forschungserkenntnissen und einschlägigem Wissen die zweite zentrale Aufgabe des IWP. Bevor wir loslegten, wollten wir deshalb wissen, ob eine «Wirtschaftspolitik für alle» überhaupt Anklang findet und falls ja, wie sie aussehen soll. Aus diesem Grund haben wir Lukas Golder und das Team von gfs.bern beauftragt, mit einer repräsentativen Umfrage in allen Sprachregionen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Puls zu nehmen. Was interessiert jene, die als junge Bürger und Wähler die Geschicke des Landes mitbestimmen?

Das Wichtigste gleich vorweg: Die grosse Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat ein grosses Interesse an Wirtschaftspolitik und entsprechenden Bildungsangeboten. Dieses Interesse kommt nicht von ungefähr. Unter den Befragten herrscht Einigkeit darüber, dass es wirtschaftspolitische Lösungen für drängende Zeitfragen braucht. Dazu gehören nicht nur «Mega-Trend»-Themen wie der Klimawandel und die Energiewende. Auch die Konsequenzen einer steigenden Staatsverschuldung beschäftigt die Jungen von heute ebenso wie die Sicherung der Altersvorsorge und die Kluft zwischen Arm und Reich.

Zugegeben: Wer die Studie genau unter die Lupe nimmt, liest auf Seite 10, dass Jugendliche eigentlich lieber einen Kurs zum Thema Ernährung und Kochen als zur Wirtschaftspolitik besuchen würden. Da dies aber nicht gerade unsere Kernkompetenz ist, überlassen wir solche Kurse gerne Daniel Bumann und Tanja Grandits – und melden uns gleich selbst an.

Deutlich mehr zu bieten haben wir in Sachen Wirtschaftspolitik, nämlich fundierte Daten, Fakten und deren Einordnung. Genau dies wünscht sich die Mehrheit der Jugendlichen, wenn es um Fragen rund um die Gestaltung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch den Staat geht. Die junge Generation möchte sich eigene Meinung bilden – basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen von einer unabhängigen Quelle. Dies hat einen wichtigen Grund. Junge bringen politischen Akteuren wie auch den Wirtschafts- und Interessenverbänden, die eigene Interessen vertreten, eher wenig Vertrauen entgegen – auch dies ist eine wichtige Aussage der gfs-Studie.

Das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird von den Befragten als wichtig, aber auch sehr abstrakt wahrgenommen. Obwohl der subjektiv eingeschätzte Wissensstand der Befragten zu wirtschaftspolitischen Zusammenhängen hoch ist, bekunden sie Schwierigkeiten bei der Beantwortung von Wissensfragen. Man ist sich einig, dass Fragen über Einkommensverteilung, Steuergerechtigkeit und den Einfluss von Institutionen alle betreffen, aber wie genau? Je grösser der Alltagsbezug eines Themas ist, desto grösser ist ihr Wissen. Dementsprechend wünschen sich die Jungen die «Wirtschaftspolitik für alle», die die Relevanz wirtschaftspolitischer Entscheidungen, Massnahmen und Zusammenhänge sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft erklärt. Wichtig sind ihnen konkrete Einsichten und Erkenntnisse in einer einfachen Sprache und in kompakter Form.