Der Zoll-Deal zwischen der Schweiz und den USA hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle auf Schweizer Importe von 39 auf 15 Prozent gesenkt. Dies bedeute eine Atempause, die die Schweiz für Verhandlungen nutzen sollte, schreiben Dr. Martin Mosler, Bereichsleiter Fiskalpolitik am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) der Universität Luzern, und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des IWP, in einem Gastbeitrag für die Finanz und Wirtschaft.
Ein neues Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten sei für die Schweiz von zentraler Bedeutung. Die USA seien der grösste einzelne Absatzmarkt der Schweiz, zudem seien die Exporte dorthin in den letzten Jahren konstant um rund 9 Prozent pro Jahr gewachsen, schreiben Mosler und Schaltegger. Die Schweiz müsse daher ein grosses Interesse daran haben, die wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA konstruktiv weiterzuentwickeln.
In einer aktuellen Studie haben Mosler und Schaltegger gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Kiel Institut für Weltwirtschaft sechs Szenarien für die künftigen Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA simuliert. Bereits ein schlankes Abkommen, das nur die Zölle auf Industriegüter abbaut, erhöhe das reale Schweizer Bruttoinlandsprodukt langfristig um 0,23 Prozent. In einem umfassenderen Abkommen, das auch Dienstleistungen einschliesse, läge der langfristige Effekt bei bis zu 1,28 Prozent.
Wie ein Handelsabkommen mit den USA konkret ausgestaltet werden könnte, zeigen Mosler und Schaltegger im Beitrag «Schweiz: wie ein Handelsabkommen mit den USA aussehen kann».