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IWP 24. Januar 2024

René Scheu: «Die Schere zwischen Arm und Reich geht nicht auseinander.»

A crowd of people on a bright winter day on an urban high street in Europe, anonymous faces

In den Medien wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe – doch dem sei nicht so, schreibt Dr. René Scheu, Geschäftsführer IWP, in seiner ersten Kolumne, die in allen Zeitungen von CH Media erschienen ist. Auf globaler Ebene befinde sich die Armut dank der wachsenden Mittelschichten in China und Indien seit Jahrzehnten auf dem Rückzug. Obwohl diese Tatsache in der Ökonomie unbestritten sei, sträube sich die Medienwelt gegen diese eigentlich frohe Botschaft.

Ein ähnliches Bild werde von der Entwicklung in den Industrienationen gezeichnet, wobei die Medien gerne die USA als Beispiel heranziehen. Der französische Ökonom Thomas Piketty habe der Welt vorgerechnet, dass die Ungleichheit in den USA seit den 1980er-Jahren anstieg – nachdem Ronald Reagan mit Steuersenkungen und Sozialabbau den Hyperkapitalismus eingeführt habe. Doch neue Forschung von amerikanischen Ökonomen wie Gerald Auten zeige: Pikettys Datenbasis ist mangelhaft, seine Berechnungen enthalten Fehler, seine Erzählung ist tendenziös. Tatsache sei: Heute gehe es in den USA allen Einkommensgruppen deutlich besser als in den 1960er-Jahren.

Warum unser Steinzeitgehirn trotz fehlender Faktenbasis dem Bild der auseinanderklaffenden Schere von Arm und Reich erliege, erklärt René Scheu in seiner Kolumne.