Studien
Von Dr. Martin Mosler 25. November 2024

Quo vadis, Weltwirtschaft?

Rear view of a line of trucks loaded with differently colored shipping containers.

Experteneinschätzungen zu Inflation, Globalisierung, Wirtschaftspolitik und politischer Führung.

In der aktuellen Umfragewelle des Economic Experts Survey (EES) wurden Einschätzungen von 1'514 Wirtschaftsexperten aus 119 Ländern zur Inflation, Globalisierung, wirtschaftspolitischen Situation und den politischen Rahmenbedingungen weltweit abgefragt.

Für das laufende Jahr wird weltweit eine Inflationsrate von 4 Prozent erwartet, während sie im Jahr 2025 voraussichtlich bei 3.9 Prozent liegen dürfte. Mittelfristig bis 2027 rechnen Experten mit einer durchschnittlichen globalen Inflation von 3.6 Prozent. In der Schweiz hingegen wird für dieses Jahr eine Inflationsrate von 1.4 Prozent prognostiziert, gefolgt von 1.1 Prozent sowohl im Jahr 2025 als auch mittelfristig bis 2027.

Anmerkung: Die Abbildung zeigt die erwarteten Inflationsraten im weltweiten Mittel für die Jahre 2024 und 2026 bzw. 2027 im Zeitverlauf der EES-Umfragewellen. Dargestellt ist jeweils der Median der Durchschnitte auf Länderebene.

Die befragten Experten erwarten, dass die tatsächliche Zunahme der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Globalisierung deutlich hinter den wünschenswerten Entwicklungen zurückbleiben wird. Schweizer Experten gehen sogar davon aus, dass die Globalisierung in den nächsten zehn Jahren stagnieren könnte. Es wird von den meisten Experten betont, dass die Globalisierung positive Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Armutsbekämpfung hat, wobei Optimismus besonders in Nordamerika, Europa und Teilen Asiens vorherrscht. In Afrika sind die Einschätzungen diesbezüglich zurückhaltender.

Anmerkung: Die Abbildung zeigt die Einschätzung zu Subventionen als Antwort auf Globalisierungstendenzen. Ein negativer Wert bedeutet eine ablehnende, ein positiver Wert eine zustimmende Haltung.

In Afrika und Asien sowie in Mittelamerika wird die Förderung nationaler Industrien durch Subventionen als Reaktion auf Globalisierungstendenzen mehrheitlich befürwortet, während in Nord- und Mittelafrika zusätzlich die Einführung von Importzöllen positiv bewertet wird. Im Gegensatz dazu lehnen Experten aus Nord- und Südamerika, Nordeuropa und der Schweiz Subventionen und Zölle klar ab.

In Bezug auf die wirtschaftspolitischen Aussichten zeigen sich Experten aus Nord- und Südeuropa optimistisch, während die Einschätzungen in West- und Osteuropa besonders negativ ausfallen. Experten aus Westeuropa bewerten die Situation weltweit am negativsten. Auch in der Schweiz herrscht Pessimismus, sowohl hinsichtlich der aktuellen Wirtschaftspolitik als auch in Bezug auf zukünftige Herausforderungen. Was die politische Leistung und Stabilität angeht, sind die Experten in Westeuropa ebenfalls sehr kritisch. In der Schweiz ergibt sich ein gemischtes Bild: Während die Regierungsleistung als eher schwach beurteilt wird, wird das politische System insgesamt als stabil angesehen.

Anmerkung: Die Abbildung zeigt den Durchschnitt des wirtschaftspolitischen Gesamtindikators, der gleichgewichtet aus den Einschätzungen zur aktuellen Wirtschaftspolitik und der Bewertung der Wirtschaftspolitik im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen gebildet wird. Ein positiver Wert bedeutet eine optimistische Einschätzung, ein negativer Wert eine pessimistische Einschätzung zur Wirtschaftspolitik.