Die EU beharrt auf der Personenfreizügigkeit - dies sei aus ökonomischer Perspektive kaum nachvollziehbar, sagt Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Der Brexit habe der Welt die grosse politische Sprengkraft der Personenfreizügigkeit vor Augen geführt – und vor allem Verlierer produziert. Für beide Seiten des Ärmelkanals wäre es viel besser, führt Felbermayr im Interview mit Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Dr. Martin Mosler vom IWP weiter aus, sie hätten noch drei der vier Freiheiten anstatt gar keine. Deshalb sein Rat:
«Ich denke mir schon, dass man in der Richtung in Europa flexibler sein müsste.»
Felbermayr hält es für sinnvoll, eine Integration in den EU-Binnenmarkt nicht von der politischen Integration abhängig zu machen. Sein Vorschlag lautet: Ein Europa mit verschiedenen «Clubs». In einem ersten Club finden jene Länder zusammen, die sich auch politisch zusammenschliessen möchten. In einem zweiten, freihändlerischen Club tun sich die übrigen Länder zusammen. Im zweiten sieht er die Schweiz und Grossbritannien. Ein Beispiel aus der Geschichte zeigt, dass dieser Vorschlag kein Ding der Unmöglichkeit ist.
Weitere Themen des Interviews sind:
- Die Zukunft der Globalisierung
- Die Wirksamkeit von Sanktionen