Nachdem der Schock über die Pleite der Credit Suisse langsam abebbt, werden überall die gleichen Fragen laut: Wie konnte es so weit kommen, und wie kann die nächste Bankenkrise verhindert werden? Diesen Fragen gingen der ehemalige Vorsitzende der deutschen Monopolkommission, Prof. Dr. Dr. h.c. Martin Hellwig, und Prof. Dr. Heinz Zimmermann, Ordinarius für Finanzmarkttheorie an der Universität Basel, an der 22. Reichmuth & Co Lecture an der Universität Luzern nach.
Für Martin Hellwig ist klar, dass die Gesetzgebung zum Umgang mit Bankenkrisen in der Schweiz unbrauchbar ist. Dies sehe man schon daran, dass die Credit Suisse die Eigenkapitalvorschriften der Schweizerischen Nationalbank (SNB) immer noch erfüllte, als es für einen Eingriff der SNB oder der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) bereits zu spät war. Der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn schlug deswegen vor, die Einführung von höheren Eigenkapitalanforderungen zu erwägen, um die Risikofestigkeit der Banken zu verbessern.
In diesem Punkt stimmte Heinz Zimmermann seinem Vorredner grundsätzlich zu. Allerdings sollte man seiner Ansicht nach die Vorschriften an die Grösse der Bank anpassen, da sich die Anforderungen an eine kleine Sparkasse von jenen an eine Grossbank klar unterscheide. Für den Experten auf dem Gebiet der Finanzmarktregulierung stehen bei der Regulierung des Bankensektors aber Marktindikatoren im Vordergrund. So seien beispielsweise steigende Preise für Kreditausfallversicherungen ein verlässlicher Frühindikator für eine aufziehende Bankenkrise. Im Video erklärt Heinz Zimmermann ausserdem, weshalb die «neue» UBS für die Schweiz ein systemisches Risiko darstellt.