Ein alter Witz lautet: Die Phönizier erfanden das Geld – doch warum nur so wenig davon? Die Ökonomin und Unternehmerin Dr. Alexandra Janssen geht im Gespräch mit Dr. René Scheu, Geschäftsführer des IWP, dem Geheimnis des Geldes nach. Nach Janssen gibt es zwei Geldarten, die man unterscheiden muss. In der Schweiz ist es die Schweizerische Nationalbank (SNB), die den Schweizer Franken in Form von Banknoten und Münzen (Zentralbankgeld) ausgibt. Vielleicht lagen die Phönizier doch richtig, denn auch die SNB reguliert die Geldmenge streng. Würde sie zu viele Franken schöpfen, könnte sie damit eine Inflation auslösen. Doch was nach Janssen die wenigsten wissen: auch die Geschäftsbanken schöpfen Geld.
Geschäftsbanken schaffen Geld, das es zuvor nicht gab, indem sie bei der Kreditvergabe den Kredit auf dem Konto des Kreditnehmers gutschreiben. Anders als viele Menschen glauben, vermitteln die Banken nicht die Einlagen eines Sparers. Wenn ein Handwerker für seinen Betrieb einen Kredit aufnimmt, entsteht also neues Geld (Giralgeld), wodurch sich die Geldmenge für den Zeitraum des Kreditvertrags erhöht. Begrenzt wird die Ausgabe des Kreditgelds nur durch Eigenmittelvorschriften, die Risikoabwägung der Banken und die Geldpolitik der Zentralbank.
Welche Vorzüge und Risiken dieses duale Geldsystem aufweist, erklärt Alexandra Janssen im Video.
Weitere Themen des Gesprächs sind:
- Ob eine milde Inflation die Voraussetzung einer dynamischen Wirtschaft ist
- Wieso sowohl das Geldsystem als auch die Wirtschaft stark auf Vertrauen basieren
- Ob das Trio aus Staat, Zentralbanken und Geschäftsbanken die Geld- und Kreditschöpfung zu ihren Zwecken ausnutzt