Studien
IWP 04. Dezember 2024

Lehren aus der Schweizer Altersvorsorge: Erfolgsfaktoren und Verbesserungsansätze.

SCHWEIZ WETTER FRUEHLING

Deutschland und die Schweiz sehen sich mit einer alternden Bevölkerung konfrontiert. Bis 2050 wird erwartet, dass die Rente eines Rentners in beiden Ländern von weniger als zwei Erwerbstätigen finanziert werden muss – aktuell sind es noch drei. Diese Entwicklung bringt die finanziellen Grundlagen der Altersvorsorgesysteme zunehmend unter Druck. Reformen sind dringend erforderlich, haben jedoch politisch einen schweren Stand. Ländervergleiche sind daher von grosser Bedeutung, um vielversprechende Ansätze und Reformoptionen zu identifizieren, die zur Stabilisierung der Altersvorsorge beitragen können.

Dr. Melanie Häner-Müller vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern beleuchtet in ihrem Beitrag im ifo Schnelldienst die Schweizer Altersvorsorge und vergleicht sie mit dem deutschen Modell. In ihrem Artikel zeigt sie zunächst auf, dass das Schweizer Modell von Anfang an durch eine besonders starke berufliche Vorsorge geprägt ist, was einen entscheidenden Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels leistet.

«Eine starke berufliche Vorsorge trägt nicht nur zur Vermögensbildung bei, sondern stärkt auch das Wirtschaftswachstum.»

Dr. Melanie Häner-Müller

Zweitens beleuchtet der Beitrag die finanziellen Herausforderungen der beiden Vorsorgesysteme. Dr. Häner-Müller hebt hervor, wie wichtig Automatismen sind, die den Fehlanreizen und der politisch motivierten Kurzsichtigkeit entgegenwirken können. Sie zeigt auf, dass die deutsche gesetzliche Rentenversicherung mit dem Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenanpassungsformel bisher einen Vorsprung gegenüber der Schweiz besitzt. Dieser Faktor passt die Renten nicht nur an die Lohnentwicklung, sondern auch an die demografische Entwicklung an. So fallen Rentensteigerungen geringer aus, wenn das Verhältnis von Rentnern zu Beitragszahlern steigt. Mit dem aktuell in Deutschland diskutierten Rentenpaket II würde diese Selbstbindung der Politik jedoch stark aufgeweicht. Welche Alternative Häner-Müller sowohl für die Schweiz als auch Deutschland empfiehlt, lesen sie in ihrem Beitrag.