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IWP 27. Juni 2024

«Kritiker übersehen die Vorteile einer Grossbank», sagt Sergio Ermotti.

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Die öffentliche Diskussion rund um die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS fokussiere sich einseitig auf die Risiken, sagt Sergio Ermotti, CEO der UBS, in seiner Lecture am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Mit der Begründung, dass die neue UBS zu gross sei, um im Notfall gerettet werden zu können, werde unnötig Angst vor einer für die Schweiz unlösbaren Bankenkrise geschürt. Jedoch sei Angst kein guter Ratgeber. Es gehe um eine rationale Risikoabwägung. Nach Ermotti überwiegen die Vorteile einer global ausgerichteten Bank die Nachteile.

Die Vorteile, die die Schweiz dank der UBS geniesse, würden von den Kritikern häufig unterschlagen. Die UBS sei nicht nur eine bedeutende Steuerzahlerin für den Bund. Dank des grossen ausländischen Vermögens, das dank der UBS in der Schweiz angelegt werde, könnten die Schweizer Unternehmen von niedrigen Zinsen profitieren. Dies fördere das Wachstum und die Innovationskraft der Wirtschaft.

Zudem herrschten heute neue Gegebenheiten, sagt Ermotti. Seit der Finanzkrise 2007 habe die Bilanzsumme der UBS erheblich abgenommen. Zu jener Zeit hätten die Bilanzen von UBS und Credit Suisse zusammen das Siebenfache der Schweizer Wirtschaftskraft ausgemacht, während sie heute nur noch das Zweifache erreichten. Weiterhin seien Fortschritte in der Regulierung zu verzeichnen. Eine zentrale Rolle spiele die Einrichtung des Public Liquidity Backstops, ein System von Notkrediten, die die Schweizerische Nationalbank systemrelevanten Banken im Ernstfall zur Verfügung stellen könne. Dieses Instrument habe sich international bewährt und trägt laut Ermotti erheblich dazu bei, das Risiko von Liquiditätskrisen zu mindern, die zu Bankpleiten führen könnten.

Ermotti betonte, es sei entscheidend, nicht allein die Risiken zu betrachten, sondern auch mit Mut und Unternehmergeist voranzugehen. Für die Schweiz gelte es, ihre Stellung als führender globaler Finanzplatz zu festigen und auszubauen. Ein Rückzug aus Angst vor Herausforderungen sei keine Option; stattdessen müsse das Land seine Stärken nutzen, um Chancen aktiv zu ergreifen und den Sektor zukunftsfähig zu gestalten.

Ausserdem erfahren Sie im Video:

  • Was man von Alfred Escher, dem Gründer der UBS, für die Zukunft des Finanzplatzes Schweiz lernen kann.
  • Warum die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS günstiger als eine Abwicklung war.
  • Wie die Börsen als Vorboten von Bankkrisen gelesen werden können