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IWP 28. Januar 2026

Kinder wachsen aus der Sozialhilfe heraus.

Girl playing hopscotch in public park

Kinder aus Sozialhilfefamilien haben ein erhöhtes Risiko, später selbst auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein. Doch dieser Einfluss löst sich rasch auf – eine Vererbung über mehrere Generationen findet nicht statt. Zu diesem Schluss kommt eine neue Untersuchung von Tamara Erhardt, Dr. Melanie Häner-Müller und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger vom Institut für Schweizerische Wirtschaftspolitik (IWP) der Universität Luzern.

In einem aktuellen Artikel in der Zeitschrift Volkswirtschaft ordnen die Autoren diese Befunde nun ein, indem sie die generationenübergreifende Weitergabe von Sozialhilfebezug mit der gesellschaftlichen Durchlässigkeit bei Einkommen und Bildung vergleichen. Die Analyse zeigt: Bei der Sozialhilfe nimmt der Einfluss der Familie über die Generationen ähnlich schnell ab wie beim Einkommen. Anders verhält es sich bei der Bildung – hier bleibt der Einfluss der Herkunft länger bestehen.

Entscheidend ist jedoch, dass die starke Bildungsprägung in der Schweiz nicht zwangsläufig zu schlechteren Einkommenschancen führt. Das duale Bildungssystem schafft auch für Menschen ohne Hochschulabschluss solide Berufsperspektiven. Wer seinen Bildungsweg später durch Weiterbildungen ergänzt, kann zudem neue Richtungen einschlagen und seine Chancen verbessern.

Das Fazit ist ermutigend: Auch am unteren Rand der Einkommensverteilung ist die Schweiz eine durchlässige Gesellschaft. Familiäre Herkunft prägt – doch sie entscheidet nicht über den Lebensweg.