Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern hat am 1. Juli 2024 erstmals den IWP-Preis für exzellenten Wirtschaftsjournalismus verliehen. Der Preis ging an Dr. Katharina Fontana, Redaktorin der «Neuen Zürcher Zeitung», für ihren Artikel «Der grosse Bluff der Lohndiskriminierung», der am 10. Juni 2023 veröffentlicht wurde. Die feierliche Preisverleihung fand im fast vollständig gefüllten Carl-Spitteler-Auditorium der Universität Luzern statt.
In ihrer Laudatio lobten die Moderatorin Nina Ruge und der Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Dr. h.c. Lars P. Feld als Vertreter der Jury des IWP-Preises besonders die sorgfältige Recherche und die Faktentreue von Fontanas Artikel. Sie habe häufig zitierte Statistiken zum Gender-Pay-Gap kritisch hinterfragt und allgemein verbreitete Meinungen widerlegt, wodurch sie die Debatte um die Lohnlücke der Frauen als übertrieben entlarvte. Fontana habe sich gegen den vorherrschenden Zeitgeist ihrer Kollegen durchgesetzt und dabei sowohl harte Kritik als auch den Widerstand in Kauf genommen.
In seiner abschliessenden Keynote sprach Bundesrat Albert Rösti über die Zukunft der Schweizer Medienlandschaft, wobei er die entscheidende Bedeutung gründlicher Recherche hervorhob. Er betonte die Notwendigkeit, trotz finanzieller Herausforderungen der Verlage, Zeit in die gründliche Aufdeckung von Fakten zu investieren. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departments für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation warnte davor, dass sich ohne diesen Einsatz oberflächliche Narrative weiter verfestigen würden, da Journalisten zunehmend voneinander abschrieben. Ein herausragendes Beispiel für solch fundierten Journalismus sei Katharina Fontana, die mit ihren Beiträgen Massstäbe setze.