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IWP 14. April 2023

IWP im Klassenzimmer: Premiere an der Kantonsschule Menzingen.

Menzingen, Kanton Zug, Schweiz. Kantonsschule KSZ mitten in der Moraenenlandschaft von Linth- und Reussgletscher

Anfang März 2023 war es so weit: Das Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern (IWP) war erstmals an der Kantonsschule Menzingen in Zug zu Gast. Dr. Melanie Häner und Jonas Bühler vom IWP haben durch die Projektwochen des Integrationsfachs Geistes- und Sozialwissenschaften geführt. Das Ziel der Kooperation war es, den angehenden Maturanden das Thema Einkommensungleichheit in der Schweiz näher zu bringen und ihnen einen Einblick in die Welt der Wirtschaftsforschung zu bieten.

Für das Kick-Off Meeting lud das IWP die Schüler und Lehrer an die Universität Luzern. Nach dem gegenseitigen Kennenlernen stand ein Inputreferat von Melanie Häner auf dem Programm. Sie führte die Schüler aus wissenschaftlicher Perspektive an das Thema der Einkommensungleichheit heran: Was bedeutet Einkommensungleichheit überhaupt? Was gibt es für Möglichkeiten, um sie zu messen? Wie werden die Einkommen durch den Staat umverteilt? Damit sich die Schüler für ihre Projektarbeit selbst ein Bild über die Einkommensungleichheit in der Schweiz machen können, erhielten sie zudem eine Einführung in die Swiss Inequality Database (SID) des IWP. In dieser interaktiven Datenbank sind Zahlen und Fakten zur Einkommensverteilung in der Schweiz seit 1917 aufbereitet. «Die Webseite ist übersichtlich und einfach zu bedienen und hat uns beim Arbeiten enorm geholfen», sagt Alex Krähenbühl, einer der Schüler aus der Maturaklasse 6f.

Die drei folgenden Lektionen fanden an der Kanti Menzingen statt. In den Projektarbeiten setzten sich die Maturanden in Gruppen mit verschiedenen Aspekten der Einkommensungleichheit auseinander. Eine Gruppe ging den Treibern der Ungleichheiten auf die Spur und legte dabei das Augenmerk auf kantonale Unterschiede. Zug, Schwyz und Genf wurden dabei von den Schülern als die Kantone mit der höchsten Ungleichheit identifiziert. «Wir haben uns in der Gruppe angeschaut, wie sich die Einkommenskonzentration zwischen den Kantonen unterscheidet. Zug hat früh erkannt, wie man vom Steuerwettbewerb und der Standortpolitik profitieren kann, und diese Chance genutzt», sagt die Maturandin Maja Feddern. Eine andere Gruppe befasste sich mit der langfristigen Verteilungssituation in der Schweiz und stellte einen Vergleich mit der Situation in anderen Ländern an.

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Während der Projektarbeit standen Dr. Melanie Häner und Jonas Bühler den Schülergruppen mit Rat und Tat zur Seite. Rathurshan Ravikumar betont, die Inputs hätten als hilfreiche Ergänzungen zum Gelernten aus dem ordentlichen Schulunterricht gedient. Seine Mitschülerinnen Noëlle Arnold, Ellen Bauer und Iuliana David schätzten die punktuelle Unterstützung im Arbeitsprozess. Peter Zwicky, Lehrer der Klasse 6f und Vorstand der Fachschaft Geschichte an der Kantonsschule Menzingen, fasst die Zusammenarbeit mit dem IWP wie folgt zusammen:

«Wir konnten den Schülern gemeinsam spannende Einblicke in die Wirtschaftspolitik gewähren und so den Abstand zwischen Gymnasien und Universitäten verringern. Die Schüler und ich ziehen ein sehr positives Fazit.»

Peter Zwicky

Das Pilotprojekt war ein beidseitiger Erfolg. Die Schüler konnten sich dank der interdisziplinären Arbeit fächerübergreifendes Wissen rund um die Einkommensungleichheit aneignen und ihre Fähigkeiten im Bereich der Recherche und des wissenschaftlichen Arbeitens ausbauen. Melanie Häner und Jonas Bühler haben wertvolle Unterrichtserfahrungen gesammelt und das IWP sprichwörtlich ins Klassenzimmer gebracht. Und das soll nicht das letzte Mal gewesen sein, wenn es nach Peter Zwicky geht: «Ich bin begeistert von der Zusammenarbeit mit dem IWP und hoffe, dass es im nächsten Jahr gar die Möglichkeit gibt, gemeinsam ein klassenübergreifendes Projekt durchzuführen. Eine Kooperation wie diese ist eine wertvolle Ergänzung zum regulären Lehrplan und ermöglicht den Schülern eine praxisnahe, vernetzte und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Themen.»