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IWP 29. März 2022

Inflation: «Am Schluss verlieren alle», sagt der Ökonom Gerhard Schwarz.

In this rear view, an unrecognizable woman stands with a shopping cart in front of a shelf full of food in the bread aisle of a grocery store.

Wenn man in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Debatte über eine Rückkehr der Inflation als Mahner auftrat, war man schnell als Ewiggestriger verschrien, schreibt sinngemäss Dr. Gerhard Schwarz, Präsident der Progress Foundation, im Chat der «NZZ am Sonntag » mit Dr. René Scheu, Geschäftsführer des IWP. Immer wieder obsiegten die «notorischen Beruhiger» mit dem Argument «This time is different», wie Schwarz in Anspielung auf das Buch über die Entstehung von Finanzkrisen von Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff festhält.

Die Warnungen der Mahner wurden auch dann nicht ernst genommen, als sich bei den Vermögenswerten bereits inflationäre Tendenzen bemerkbar machten. Jedoch sei Vorsicht geboten, wenn die Häuserpreise explodieren, Aktienmärkte in ungeahnte Höhen steigen und an Kunstauktionen regelmässig neue Rekorde erzielt werden. Gerhard Schwarz schreibt:

«Wo zu viel Luft drin ist, muss diese irgendwann auch wieder raus.»

Dr. gerhard schwarz

Und in der Tat: die Inflation ist zurück und längst auch in der Realwirtschaft angekommen. Ausgelöst durch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise, steigen die Konsumentenpreise in den USA und in Europa in den vergangenen Monaten rasant an – und in einem geringeren Ausmass auch in der Schweiz.

Und was wird die Politik gegen die Inflation machen? Nicht viel, sollte Gerhard Schwarz Recht behalten. Die Inflation sorge nämlich dafür, dass die während der Tiefzinsphase angehäuften Schulden wieder dahinschmelzen. Allerdings reduziere die Teuerung nicht nur die Staatsschulden, sondern auch die Sparguthaben. Dies mache die kleinen Sparer, die nur Bargeld oder Sparbücher besitzen, zu den grössten Verlierern. Weil letztlich aber die ganze Wirtschaft unter der Inflation leide, würden alle verlieren.