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IWP 08. Februar 2022

Heiraten wie die Habsburger? Die soziale Mobilität verhindert es.

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Verfolgen Herr und Frau Schweizer heutzutage die gleiche Heiratspolitik wie das Hause Habsburg, wo der soziale Status der Familien über allem stand? Dieser Frage sind Melanie Häner, Michele Salvi und Professor Dr. Christoph A. Schaltegger in ihrer neuesten Studie nachgegangen. Mithilfe eines umfassenden Datensatzes basierend auf Steuer- und Bevölkerungsregistern untersuchten sie, wie ähnlich sich das Vermögen von zukünftigem Ehepartner im Jahr vor der Eheschliessung ist.

Häner, Salvi und Schaltegger stellen fest, dass sich Gleich und Gleich gerne heiratet. Besonders selektiv fällt die Partnerwahl an den Enden der Vermögensverteilung aus. Vermögende und Arme heiraten also besonders oft unter sich. Dies hat zur Folge, dass die Vermögensungleichheit höher ausfällt, als wenn zufällig geheiratet würde.

Hat sich also seit der Habsburgerzeit nicht viel verändert? Die Antwort lautet: doch. Der Grund dafür ist die soziale Mobilität. Dies wird ersichtlich, wenn man auch die Vermögen der Eltern der zukünftigen Ehepartner betrachtet. Die Ähnlichkeit der elterlichen Vermögen – also des potentiellen Erbes – ist nämlich deutlich tiefer. Der soziale Status des Ehepartners ist heute also viel wichtiger als sein familiärer Hintergrund.

«Der gesellschaftliche Status kann sich heute trotz der hohen Anzahl von Eheschliessungen unter seinesgleichen nicht mehr über Generationen hinweg reproduzieren.»

MELANIE HÄNER, MICHELE SALVI & CHRISTOPH A. SCHALTEGGER

Heiraten wir also noch heute wie die Habsburger? Die Antwort lautet: nein, die soziale Mobilität verhindert es. Zwar heiraten Gutverdiener eher unter sich, jedoch ist der Wohlstand eben selbst erarbeitet und nicht ererbt. Da der soziale Status also selbst erarbeitet werden muss, führt auch die beobachtete «Heirat unter Gleichen» nicht dazu, dass Familiendynastien wie bei den Habsburgern entstehen.