Studien
IWP 23. September 2024

Gutes und schlechtes Geld: Szenarien für die Schweiz.

A Swiss coin, worth five Swiss franks, pictured on June 12,2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Fuenf-Franken Muenze, aufgenommen am 12. Juni 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Geld ist das Alltäglichste überhaupt. Und doch ist kaum ein anderes ökonomisches Thema von so viel Unkenntnis und Missverständnissen geprägt wie die Geldtheorie. Es besteht daher Aufklärungsbedarf. Im vorliegenden dritten IWP-Bericht zur Geldpolitik und Finanzstabilität diskutiert IWP-Fellow Dr. Adriel Jost verschiedene realistische Szenarien, wie die Geldordnung in der Schweiz sich in absehbarer Zeit entwickeln könnte.

Die heutige Geldordnung vereint im Idealfall das Beste aus allen Welten: stabiler Geldwert und wirtschaftspolitische Flexibilität. Sie funktioniert langfristig aber nur, wenn sich die Akteure an selbst auferlegte Einschränkungen wie Schuldenbremsen halten, die diese Flexibilität einschränken. Die globale Realität zeigt, dass dies häufig nicht der Fall ist.

Als Alternative bieten sich private Währungen wie Bitcoin an, die die Flexibilität bewusst einschränken und damit ein Kontrastprogramm zur heutigen Geldordnung bieten. Um Glaubwürdigkeit zu erlangen, müssen die Regeln privater Währungen aber derart einschneidend sein, dass es fraglich ist, ob die Bevölkerung deren makroökonomischen Auswirkungen akzeptiert und sich eine solche Privatwährung als allgemeines Zahlungsmittel tatsächlich durchsetzen kann.

Bietet der Staat hingegen selbst allen Wirtschaftsakteuren einen direkten Zugang zu digitalem Geld, reduziert dies die Risiken im Finanzsystem, ohne dass der Staat an Flexibilität verliert. Eine solche teilweise dystopische Entwicklung zu einer verstärkten staatlichen Kontrolle der Wirtschaft könnte für die Gesellschaft jedoch signifikante unerwünschte Folgen haben. Auch wird das System noch anfälliger für Missbrauch, da sich die Anreize weiter verschlechtern.

Welche Optionen bleiben der Schweiz? Der dritte IWP-Bericht zur Geldpolitik und Finanzstabilität argumentiert, dass es in Zeiten globaler Umwälzungen wichtiger denn je ist, den eigenen geld- und fiskalpolitischen Spielraum zu bewahren und sogar auszubauen.