Die restriktive Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) habe sich geschichtlich bewährt, sagte Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger im Podcast «Klartext Finanzen» mit dem Unternehmer Dr. Dietmar Peetz. Ein Blick auf die turbulenten 1970er Jahre bestätige dies eindrücklich. Damals führten das Ende des Goldstandards 1971 und die erste Ölkrise 1973 zu einer hohen Inflation und einem unsicheren Währungsmarkt. Früher als andere Zentralbanken habe die SNB mit einer restriktiven, regelgebundenen und unabhängigen Geldpolitik reagiert.
Die restriktive Geldpolitik war so erfolgreich, dass die SNB bald vor einem Dilemma stand. Die Schweiz hatte die Inflation als eines der wenigen Länder Europas im Griff, weshalb der Schweizer Franken als sicherer Hafen beliebt wurde. Die Folge davon war eine Aufwertung gegenüber der Deutschen Mark. Dies sei zwar grundsätzlich nichts Schlechtes, da die Schweizer Wirtschaft von günstigen Importen profitierte. Gleichzeitig litt aber die Exportwirtschaft, da die Nachfrage wegen des starken Frankens zurückgegangen sei. Um eine Wirtschaftskrise zu verhindern, habe die SNB 1978 den Franken gegenüber der Deutschen Mark deshalb kurzfristig abgewertet.
Nach Schaltegger sollte die SNB auch heute an ihrer restriktiven Geldpolitik festhalten, weil die Schweizer Wirtschaft von der Verlässlichkeit und Stabilität profitiere. In Notlagen den Franken abzuwerten, lasse sich als kleiner Währungsraum kaum vermeiden. Dies gelte es in der Diskussion um eine Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro zu bedenken.
Weitere Themen des Gesprächs sind:
- Warum Fiskalregeln wie die Schuldenbremse für eine restriktive Geldpolitik nützlich sind
- Warum die direkte Demokratie in der Schweiz für eine bürgernahe Politik sorgt
- Wie Napoleon den Berner Staatsschatz raubte