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IWP 14. Juni 2024

«Europas Schuldenorgie muss beendet werden», sagt Hans-Werner Sinn.

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Die Gefahr von Staatskonkursen sei in Europa in greifbare Nähe gerückt, sagt Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Werner Sinn in seinem Vortrag am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Die lange Niedrigzinsphase nach der Finanzkrise von 2007 sei von den Eurostaaten zur exzessiven Verschuldung genutzt worden, sodass der Schuldenstand vieler Länder das Niveau des Zweiten Weltkriegs übertreffe. Jetzt, wo die Zentralbanken die Zinsen anheben, um die Inflation zu bändigen, drohe Europa eine Schuldenkrise, warnt Sinn.

«Schuldenorgien führen zu Staatskonkursen.»

Hans-Werner Sinn

Nach Hans-Werner Sinn könnte die EU bezüglich der Fiskaldisziplin viel on der Schweiz lernen. Die Schuldenbremse des Bundes verhindere seit 2003 zuverlässig, dass die Ausgaben grösser ausfallen als die Einnahmen. Dies stehe im starken Gegensatz zur Wirksamkeit des Stabilitäts- und Wachstumspakts der EU. Seit dessen Inkrafttreten des 1999 wurde 148 gegen die Defizitgrenze verstossen, ohne dass ein einziges Mal die vorgesehenen Sanktionen verhängt wurden. Um Staatskonkurse zu verhindern, brauche Europa «harte Budgetbeschränkungen»: Es müssten strikte Grenzen für Staatsausgaben und Verschuldung gesetzt und Verstösse konsequent sanktioniert werden.  Nur so könnten fiskalische Disziplin und langfristige finanzielle Nachhaltigkeit gewährleistet werden.

Im Video erfahren Sie ausserdem:

  • Warum die Schuldenneigung gerade in Demokratien so gross ist
  • Was die Schweiz fiskalisch auszeichnet
  • Was Target-Schulden sind und welche Bedeutung sie im Eurosystem haben
  • Warum gerade Deutschland es sich nicht leisten kann, sich weiter zu verschulden