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IWP 24. Januar 2024

Eine Reichensteuer für mehr Klimaschutz?

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Eine Reichensteuer reduziere nicht nur die Ungleichheit, sondern helfe auch bei der Bekämpfung des Klimawandels. Zu diesem Schluss gelangt ein Forschungsteam um den französischen Ökonomen Thomas Piketty im Climate Inequality Report (CIR) 2023. Gemäss dem CIR sind die weltweit obersten 10 Prozent der Einkommensbezieher (wozu fast alle Schweizer gehören) für rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Eine Besteuerung der Top-Einkommen würde daher nicht nur zu einer gerechteren Vermögensverteilung führen, sondern auch den CO2-Ausstoss signifikant verringern. Dr. Melanie Häner, Dr. Marco Portmann und Prof. Dr. David Stadelmann vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern nehmen diesen Vorschlag in einem Artikel in der Zeitschrift «Die Volkswirtschaft» unter die Lupe.

Die Einführung einer Reichensteuer sei keineswegs zielführend, argumentieren die Autoren. Die Zurechnung der CO2 Emissionen im CIR sei problematisch. Darin wird den Top-Einkommen ein besonders hoher CO2-Auststoss attestiert, weil sie eine hohe Investitionstätigkeit aufweisen. Oder anders formuliert: Wer viel investiert, verursacht viel CO2-Emissionen und sollte entsprechend hoch besteuert werden. Dabei sei genau das Gegenteil der Fall. In vielen Industrienationen hätten die Investitionen in moderne Produktionsanlagen dazu geführt, dass die Wirtschaft wuchs, ohne dass mehr CO2 ausgestossen wurde. Würden nun Investitionen durch eine Steuer gehemmt, reduzierten sich emissionssenkende Investitionen.

Statt pauschal reiche Leute höher zu besteuern, brauche es Kostenwahrheit für alle, schreiben die Autoren. Kostenwahrheit bedeutet, dass alle Kosten, die durch CO2-Emissionen entstehen, von den Verursachern getragen werden. Ein CO2-Preis biete grosse Vorteile: Zum einen werden umweltfreundliche Investitionen belohnt und andererseits trägt er zu einer progressiven Belastung bei, da Personen mit höherem Einkommen in der Regel mehr konsumieren und somit stärker besteuert werden. Ein CO2-Preis biete grosse Vorteile: Er belohnt umweltfreundliche Investitionen in Innovationen und belaste hohe Einkommen aufgrund ihres höheren Konsums stärker als die tiefen, belastet aber gleichzeitig grüne Investitionen nicht.

Das Fazit der Autoren: Die vermeintlich sozialverträgliche Klimapolitik mittels Reichensteuer stoppt weder den Klimawandel, noch schafft sie Wohlfahrt – im Gegenteil. Stattdessen plädieren Häner, Portmann und Stadelmann für die Einführung eines CO2-Preises, der die Wirtschaft insgesamt umweltfreundlicher gestaltet.