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IWP 25. Oktober 2024

«Ein stabiler Frieden erfordert beidseitige Achtung», sagt Jörn Leonhard.

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Längst nicht jedes Friedensabkommen bringe dauerhaften Frieden, sagt Prof. Dr. Jörn Leonhard in seinem Vortrag auf Einladung des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Vielmehr beginne die schwierige Arbeit erst, nachdem die Waffen schwiegen, betont der Professor für neuere und neueste Geschichte an der Universität Freiburg im Breisgau.

In seiner langjährigen Forschung zu den Konflikten und Kriegen der letzten 300 Jahre habe er festgestellt, dass viele Auseinandersetzungen trotz formeller Vereinbarungen ungelöst fortbestehen. Für einen stabilen Frieden sei gegenseitiger Respekt zwischen den ehemaligen Kriegsparteien unerlässlich. Ein anschauliches Beispiel dafür sei Europa nach dem Ersten Weltkrieg: Die Demütigung Deutschlands durch den Versailler Vertrag von 1919 habe massgeblich zur Entstehung des Zweiten Weltkriegs beigetragen.

Nach 1945 sei mit der deutsch-französischen Freundschaft ein anderer Weg eingeschlagen worden. Frankreich erkannte, dass eine positive wirtschaftliche und demokratische Entwicklung des unterlegenen Deutschlands auch im eigenen Interesse liege, sagt Leonhard. Erst durch diese Einsicht konnte eine jahrhundertelange Erbfeindschaft überwunden und ein dauerhafter Frieden erreicht werden. Wenn ein Frieden nicht für beide Seiten gerecht sei, werde er immer nur als vorübergehende Feuerpause angesehen, die bei erwartetem Vorteil gebrochen wird.

Ausserdem erfahren Sie im Video:

  • Wie sich die Idee des Völkerrechts zur dauerhaften Beendigung von Kriegen in Europa seit der Renaissance ausbildete
  • Weshalb der Amerikanische Bürgerkrieg von 1866 als erster moderner Krieg mit grosser Öffentlichkeit gelten kann
  • Warum Bürgerkriege und Kriege mit Terrororganisationen seit 1945 eine grosse Herausforderung geworden sind
  • 10 Thesen zu Krieg und Frieden – wie Frieden-stiften gelingen kann.