Beiträge
IWP 18. Oktober 2023

Drei Rezepte zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen.

Wp 14803 Microsoft Teams image 1

Um weitere Anstiege der Krankenkassenprämien zu dämpfen, müssten die Anreize im Gesundheitswesen überdacht werden, argumentiert Dr. Melanie Häner in einem Artikel des Magazins «Schweizer Monat». Sie schlägt drei Prinzipien vor, die Abhilfe schaffen.

Die Diagnose ist nach Häner klar: Die wesentlichen Akteure, die Leistungserbringer, Patienten und Krankenkassen, haben wenig Beweggründe zur Kostenreduktion. Ist die Franchise einmal ausgeschöpft, übernimmt die Krankenkasse alle weiteren Behandlungskosten. Der Patient hat dadurch keinen Anreiz mehr zu sparen. Er nimmt deshalb lieber eine Behandlung zu viel als zu wenig in Kauf.

«Wer nicht mehr die vollen Kosten seiner Behandlung tragen muss, ist versucht, zusätzliche Leistungen in Anspruch zu nehmen.»

Melanie Häner

Ihm fehlt auch das medizinische Wissen, um einzuschätzen, ob jede Behandlung notwendig ist. Für Leistungserbringer, wie beispielsweise Ärzte oder Spitäler, besteht dadurch ein grosser Spielraum, um die Leistungen auszubauen.

Die Krankenversicherer seien ebenfalls nicht in der Lage, die Kosten merklich zu senken. Sie sind gesetzlich verpflichtet, die Leistungen von jedem zugelassenen Leistungserbringer zu vergüten, wodurch sie im aktuellen System keine Rolle als Kostenwärter einnehmen.

Welche Grundsätze sollten beachtet werden, um die Kostenspirale zu bremsen? Erstens mehr transparenter Wettbewerb: So führen messbare Qualitätsvergleiche zwischen medizinischen Dienstleistern zu besser informierten Patientenentscheiden und weniger Überbehandlungen. Die Spitäler weisen bereits einige Indikatoren aus, anhand deren sich die Qualität vergleichen lässt. Weiter kann ein besseres Zusammenspiel der Akteure – also der Ärzte, Spitäler, Therapeuten und Krankenkassen – bestehende Doppelspurigkeiten reduzieren. Ein Röntgenbild muss nicht innerhalb einer Woche beim Hausarzt und beim Spezialisten gemacht werden. Drittens sollte der föderale Wettbewerb erhalten werden. So können die Kantone als Labore für unterschiedliche Lösungen dienen, die Kosten im Gesundheitswesen abzuschwächen. Erfolgreiche Lösungen können auf diese Weise von anderen Gebietskörperschaften kopiert werden.