«Nachhaltigkeit» ist heute in aller Munde. Wer den Begriff «Nachhaltigkeit» googelt, erhält binnen 0,5 Sekunden mehr als 65 Mio. Einträge. Vergessen geht aber meistens, dass die Nachhaltigkeit nebst einer ökologischen und gesellschaftlichen, auch eine finanzpolitische Dimension hat. Und dies zu Unrecht, denn die Schuldenthematik ist aktueller denn je: Die immensen Ausgaben der Corona-Pandemie haben die weltweiten Schulden auf ein Rekordniveau ansteigen lassen. Im Jahr 2020 verzeichneten wir den grössten globalen Schuldenanstieg in einem Jahr seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Schuldenstand belief sich auf rund 90 Billionen Dollar. Dies entspricht der globalen Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres.
Doch sind Schulden immer schlecht? Nicht zwingend. Wenn Ereignisse wie die Corona-Pandemie die Wirtschaft und damit auch die Staatseinnahmen treffen, dann ist es gut, wenn der Staat mit expansiver Fiskalpolitik reagieren kann, also Schulden aufnimmt. So muss er keine Steuern erhöhen und keine Staatsausgaben kürzen. Schulden haben durchaus ihre ökonomische Berechtigung, denn die Schulden des einen sind stets die Forderungen des anderen. Daher lautet die wesentliche Frage nicht, ob Staaten Schulden aufnehmen sollten, sondern welches Mass an neuen Schulden angemessen ist und wofür das geliehene Geld verwendet wird. Wenn Schulden ungebremst wachsen, wird irgendwann die Toleranzgrenze der Gläubiger erreicht.
Es geht somit um die Nachhaltigkeit des Staatshaushaltes. Dies machte Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Institutsleiter des IWP, im Impulsreferat am «Tag der Versicherer» und in seinem Gastkommentar in der NZZ deutlich.
Des Weiteren ging er auf die drei Voraussetzungen für das Erreichen einer solchen finanziellen Nachhaltigkeit ein:
- keine Angst vor Ausgabenkürzungen
- eine klare Regelbindung
- mehr Transparenz bezüglich finanzieller Verpflichtungen des Staates