Ein wichtiges politisches Ziel der Gründer der modernen Schweiz sei die Abschaffung der Binnenzölle gewesen, sagte Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern, im «Echo der Zeit» von SRF vom 4. Juli 2025. Mit der Bundesverfassung von 1848 seien alle kantonalen Zölle abgeschafft und das Zollwesen zur Sache des Bundes erklärt worden. Der Grund: der Handel sei zuvor durch die über 400 Zollstationen in der ganzen Schweiz stark behindert worden. Das Prozedere der Zollabfertigung sei ein enorm aufwendiger und langwieriger Prozess gewesen, welches den Alltag der Händler und Kaufleute stark erschwert und die Waren verteuert habe.
Dennoch scheiterten vor 1848 jegliche Versuche, die Zölle innerhalb der Schweiz abzuschaffen. Insbesondere die Gebirgskantone Uri, Wallis, Graubünden und Tessin seien auf die Einnahmen aus dem Zollwesen angewiesen gewesen. Je nach Jahr hätten die Zolleinnahmen zwischen 50 und 90 Prozent der kantonalen Einnahmen betragen. Als jedoch die Industrialisierung in den umliegenden europäischen Ländern Fahrt aufgenommen habe, sei in der Schweiz die Furcht gewachsen, wirtschaftlich abgehängt zu werden.
Weshalb die Kantone schliesslich ihren Widerstand gegen die Abschaffung der Zölle aufgaben und wie sich die Schweizer Wirtschaft danach entwickelte, erfahren Sie im Beitrag.
Weitere Themen des Beitrags sind:
- Wie der Bau der Eisenbahn in ganz Europa den Freihandel beförderte.
- Was die Abschaffung der Zölle mit dem Finanzausgleich zu tun hat.
- Warum Zölle ein wichtiges Instrument für die Politik geblieben sind.