Für die Nachkriegsgeneration sei es selbstverständlich gewesen, dass ihre Kinder es einmal besser haben würden als sie selbst. Dieses Aufstiegsversprechen sei heute nicht mehr in gleicher Weise gegeben, sagten Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Dr. Melanie Häner-Müller vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (23. Januar 2025). Das bedeute jedoch nicht, dass die neue Generation ärmer werde, sondern vielmehr, dass das Wohlstandsniveau bereits sehr hoch sei. Relativ gesehen werde es daher immer schwieriger, im Vergleich zu den Eltern grosse Fortschritte bei Einkommen, Bildungsstand und Vermögen zu erzielen.
Insgesamt sei dies jedoch kein Grund zur Sorge, betonten Schaltegger und Häner-Müller. Die soziale Mobilität sei in der Schweiz weiterhin hoch, sogar höher als in Skandinavien. Es seien nicht nur Kinder aus wohlhabenden Familien, die später ein hohes Einkommen generierten. Das duale Bildungssystem biete Aufstiegschancen für alle. Der familiäre Einfluss auf das spätere Einkommen der Kinder liege in der Schweiz bei lediglich 15 %, während er in Deutschland 40 % betrage. Die Schweizer hätten es somit selbst in der Hand, wie hart sie für ihren Aufstieg arbeiten wollten.
Weitere Themen des Gesprächs sind:
- Wie der Heiratsmarkt die soziale Mobilität beeinflusst
- Ob das zunehmende Teilzeit-Arbeiten den Aufstieg der Unterschicht eher hemmt oder befördert
- Warum in der Schweiz der Aufstieg über ein Universitätsstudium weniger bedeutend ist als in den USA