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IWP 14. März 2024

«Eine Resolution muss möglich sein», sagt Aymo Brunetti.

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Ein Jahr nach dem Untergang der Credit Suisse haben Prof. Dr. Aymo Brunetti von der Universität Bern und Dr. Adriel Jost an einer Lecture des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern sich vertieft mit der Zukunft des Finanzplatzes Schweiz auseinandergesetzt. Die beiden Bankenexperten gingen der Frage nach, welche Reformen an der «Too-big-to-fail»-Regulierung nun notwendig sind, um die Stabilität des Banken- und Finanzsystems nachhaltig zu sichern.

Für Aymo Brunetti, einen der Architekten des bestehenden «Too-big-too-fail»-Regelwerks, ist ein das Resolutionsregime entscheidend, wenn die Schweiz eine globale Grossbank wie die UBS beherbergen will. Bei einer substanziellen Krise der UBS bleibe einzig die Abwicklung. Denn eine Verstaatlichung stelle aufgrund der hohen finanziellen und ordnungspolitischen Risiken ein No-Go dar. Und eine Fusion mit einer ausländischen Grossbank über ein Wochenende scheitere an der Komplexität der erforderlichen Prüfungen, sagt Brunetti. Um das angekratzte Vertrauen in das Resolutionsregime wiederherzustellen, das durch die CS-Krise erschüttert wurde, müssten nun die richtigen Lehren gezogen werden. Es gelte mit der Einführung einer staatlichen Liquiditätssicherung («Public Liquidity Backstop») eine wichtige Lücke zu schliessen, um Anleger im Falle eine Bank Runs beruhigen zu können.

Adriel Jost hingegen sieht die Einführung eines Public Liquidity Backstops kritisch, da ein grosses Verlustrisiko für den Staat bestehe. Der Fellow des IWP plädierte in seinem Vortrag stattdessen für einen marktwirtschaftlichen Ansatz. Dafür braucht es zwei Massnahmen. Einerseits sollten die Banken verpflichtet werden, genügend hochklassige Sicherheiten für einen allfälligen Liquiditätsbezug bei der SNB bereitzuhalten, andererseits müssten die Banken deutlich mehr Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanz ausweisen. Dies würde eine geregelte Abwicklung der Bank ermöglichen. Weil diese Massnahmen aber zugleich höhere Kosten bedeuten, riskiere die Schweiz den Wegzug der letzten Grossbank.

Was eine global tätige Grossbank für die Schweiz bedeutet und warum die Zukunft des Bankenplatzes alle Benutzer von Schweizer Franken direkt betreffen, erklären Aymo Brunetti und Adriel Jost im Video.