Die Einkommensverteilung in der Schweiz sei seit rund 100 Jahren stabil, sagt Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP), in der ersten IWP-Weihnachtsvorlesung an der Universität Luzern. Mit dieser Veranstaltung, die künftig jährlich stattfinden wird, knüpft das IWP an die Tradition der Weihnachtsvorlesungen des ehemaligen ifo-Präsidenten Prof. Dr. Hans-Werner Sinn an.
Mit Blick auf die Ungleichheit in der Eidgenossenschaft präsentierte Schaltegger eine überraschende frohe Botschaft: Die obersten 10% der Bevölkerung vereinten konstant rund 30% des Gesamteinkommens auf sich. Dies widerlege die gängige Vorstellung, dass sich eine Schere zwischen Arm und Erfolgreich immer weiter öffne. Die Schweiz sei eine typische Mittelstandsgesellschaft: Die mittleren Einkommen lägen eng beieinander, was extreme Unterschiede zwischen Arm und Reich verhindere, sagt Schaltegger.
Zudem biete das Schweizer Bildungssystem viele Möglichkeiten für sozialen Aufstieg durch Bildung und Weiterqualifizierung. Die soziale Herkunft spiele dabei eine weniger dominante Rolle, da der Einfluss des Elternhauses auf das Einkommen der Nachkommen im internationalen Vergleich gering sei. Jeder könne es durch eigene Leistung zu etwas zu bringen. Diese Erkenntnisse seien wichtige Befunde für die öffentliche Debatte, welche zu oft in pessimistischer Weise die Ungleichheit überzeichne.
Ausserdem erfahren Sie im Vortrag:
- Welche Ursachen der Anstieg der Vermögensungleichheit in der Schweiz hat und was das für die Aufstiegschancen bedeutet.
- Ob die Erfolgreichen in der Schweiz solidarisch zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen.
- Wie Wahrnehmung und Wirklichkeit bei der Ungleichheit in der Schweiz auseinanderfallen.