Die gesellschaftliche Durchlässigkeit ist ein wesentliches Erfolgsmerkmal einer sozialen Marktwirtschaft. Diese Tatsache finde gegenwärtig viel zu wenig Beachtung, da sich die öffentliche Debatte fast ausschliesslich auf die (Um-)Verteilung der Einkommen und Vermögen konzentriere, schreiben Dr. Melanie Häner und Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger in einem Kapitel des kürzlich erschienen Buches «Die Wirtschafts-Welt steht Kopf».
«Ziel ist es, dass jedes Individuum mit Anstrengung seine Fähigkeiten entfalten und Erfolg erlangen kann.»
Um sich ein Bild von der Ungleichheit einer Gesellschaft zu machen, brauche es eine umfassende Ungleichheitsanalyse, die über die statische Einkommens- und Vermögensverteilung hinaus auch den gesellschaftlichen Auf- und Abstieg berücksichtige. Darauf hat der Ökonom und Nobelpreisträger Gary S. Becker bereits 1991 hingewiesen. Dreissig Jahre später habe diese Forderung nicht an Relevanz verloren, schreiben die Autoren. Es sei wichtig, dass die zentrale Frage nach den gesellschaftlichen Aufstiegschancen nicht durch die laute Verteilungsdebatte verdrängt werde.
Im Buchkapitel erfahren Sie unter anderem:
- Wie sich die gesellschaftliche Durchlässigkeit messen lässt
- Was es mit dem «Buddenbrooks»-Effekt auf sich hat
- Welche Bedeutung der Heirat zukommt und
- Was diese umfassende Ungleichheitsbetrachtung für die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft bedeutet