«Sie haben kein Problem mit der Altersvorsorge. Sie sind das Problem», sagte Prof. em. Dr. Bernd Raffelhüschen in seinem Vortrag am Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern. Die Baby-Boomer-Generation trete nach und nach in den Ruhestand und sei, was das Kinderkriegen angehe, nicht besonders produktiv gewesen. Weil es deshalb immer mehr Rentner und immer weniger Beitragszahler gebe, nehme die AHV weniger ein als sie auszahle. Jüngst habe sich die finanzielle Lage der Altersvorsorge durch die Einführung der 13. AHV-Rente zusätzlich verschlechtert.
Zwischen den versprochenen Renten der AHV und ihren Einnahmen entstehe eine Lücke, sagt Raffelhüschen, der dem wissenschaftlichen Beirat des IWP angehört. Diese hat er gemeinsam mit Forschern des IWP berechnet: Bis 2055 beläuft sie sich auf rund 62 Milliarden Franken – das entspricht 7,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von 2023. Diese Lücke entspreche einer versteckten Staatsschuld, die in keiner offiziellen Statistik erscheine. Sie müsse geschlossen werden – und die entscheidende Frage sei, auf wessen Schultern die Last liegen solle. Verursachergerecht, so Raffelhüschen, wäre die Antwort eindeutig: nicht auf jenen der Jungen, sondern auf jenen, die das Problem mitverursacht hätten.
Wie die Schweiz den Generationenvertrag wieder auf solide Beine stellen kann, erfahren Sie im Videobeitrag.
Weitere Themen des Vortrags sind:
- Warum die demografische Last keine Zukunft, sondern bereits Vergangenheit ist.
- Wie eine «Schuldenbremse für die AHV» funktionieren könnte.
- Welche Reformoptionen zur Verfügung stehen – und wen sie jeweils treffen.