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IWP 06. Dezember 2022

Der Bund für's Leben – eine Entscheidung mit ungeahnten Folgen.

Happy newlyweds in the summer on the lake

Obwohl die Standesvorteile des Adels schon vor langer Zeit abgeschafft wurden, heiraten wir auch heute noch standesgemäss. Dies geht aus einer Studie von Dr. Melanie Häner, Dr. Michele Salvi und Professor Dr. Christoph A. Schaltegger vom Institut für Schweizer Wirtschaftspolitik an der Universität Luzern hervor. Daten des Bundesamts für Sozialversicherung zeigen, dass Ehepartner tendenziell über ein ähnliches Niveau an Einkommen, Vermögen und Bildung verfügen. Privilegierte bleiben ebenso unter sich, wie die unteren Gesellschaftsschichten. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Gesellschaft:

«Die Partnerwahl der Schweizer erhöht insgesamt die Einkommensungleichheit stärker, als diese durch unser progressives Steuersystem reduziert wird.»

MELANIE HÄNER, MICHELE SALVI & CHRISTOPH A. SCHALTEGGER

Die gute Nachricht lautet, dass es um die gesellschaftlichen Aufstiegschancen in der Schweiz gut bestellt ist. Im Unterschied zu früher spielt der soziale Status der Eltern kaum mehr eine Rolle. Dazu haben die drei Autoren die Eliten im Kantone Basel über 15 Generationen untersucht. Die Analyse hat ergeben, dass der Einfluss der familiäre Abstimmung auf den Bildungsstatus immer kleiner wird und nach drei Generationen irrelevant ist. Der gesellschaftliche Status wird also viel mehr erarbeitet als ererbt. So verhindert die soziale Mobilität, dass das selektive Heiraten die gesellschaftlichen Strukturen zementiert.