Während der Schuldenkrise der 1990er-Jahre wurden beim Bund umfangreiche Reformen in Angriff genommen. Neue Methoden der Verwaltungsführung und die Auslagerung von Tätigkeiten an staatseigene Firmen versprachen, den Staat effizienter zu machen. Herausgekommen ist aber genau das Gegenteil: Die Transparenz nahm ab und die Kosten stiegen.
In ihrem neuesten Artikel im Schweizer Monat werfen Professor Christoph A. Schaltegger, Professor Dr. Mark Schelker und Dr. Marco Portmann einen kritischen Blick auf das Wachstum der Staatskosten. Ihr Fazit: Zwar wurde der Staat in den 1990er-Jahren pro Forma modernisiert und liberalisiert, jedoch wurden die wahren Kosten dabei eher versteckt . Wenn Staatsaufgaben an staatseigene Firmen oder die Privatwirtschaft ausgelagert werden, fallen die Kosten auf dem Papier zwar nicht beim Staat an. Das heisst aber nicht, dass die gesamtwirtschaftlich effizienteste Lösung gefunden ist – es wird lediglich die für die Verwaltung kostengünstigste Variante gewählt. Die gesellschaftlichen Kosten können dadurch aber ungleich höher ausfallen:
«Die Kosten staatlicher Aktivität sind in den Verwaltungsbudgets nicht mehr vollständig sichtbar, aber volkswirtschaftlich natürlich immer noch vorhanden.»
Die Erfolge der Digitalisierung, Privatisierung und Kosteneinsparung in der staatlichen Bürokratie seit den 1990er Jahren, so die Autoren, seien deshalb unter Vorbehalt zu sehen.
(Foto: Keystone).