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IWP 06. Oktober 2023

«Das duale Bildungssystem ist ein Erfolgsmodell», sagt Stefan C. Wolter.

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Das duale Bildungssystem sei zentral für die soziale Mobilität der Schweiz, sagt der Bildungsökonom Prof. Dr. Stefan C. Wolter im Gespräch mit Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger, Direktor IWP, und Dr. Melanie Häner, Bereichsleiterin Sozialpolitik IWP. Das weltweit einzigartige Bildungssystem sei attraktiv, weil es jedem eine flexible und aufbauende Bildung ermöglicht.

In anderen Ländern müssten Jugendliche nach dem Abschluss der obligatorischen Schulzeit definitiv über ihren beruflichen Werdegang entscheiden: Lehre oder Gymnasium. Ungeachtet ihrer Interessen und Talente würden viele versuchten, ans Gymnasium zu gelangen, sagt der Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern. Das duale Bildungssystem wirke einer zu starken Akademisierung entgegen. Wer sich nicht sicher sei, ob der akademische Weg der Richtige ist, entscheide sich für eine Lehre. Dank der Durchlässigkeit des Systems könne man später immer noch eine höhere Berufsbildung absolvieren.

Von dieser Möglichkeit machen immer mehr Jugendliche Gebrauch: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Zahl der tertiären Bildungsabschlüsse bei den Frauen verfünffacht und bei den Männern mehr als verdoppelt. Eine Weiterbildung nach der Lehre lohne sich, denn gut gebildete Arbeitskräfte seien gefragt, sagt Wolter. Dies zeige die «Bildungsrendite», die das zusätzliche Lebenseinkommen nach dem Erlangen eines Bildungsabschlusses misst. In der Schweiz sei die Bildungsrendite seit 1991 stabil. Hätten zu viele Arbeitnehmer eine Weiterbildung absolviert, wäre die Bildungsrendite gesunken. So aber konnten Arbeitgeber von gut ausgebildetem Personal und Arbeitnehmer von höheren Löhnen profitieren.

Wie die Effizienz und Effektivität des Bildungssektors gemessen werden und warum sie für den Lernerfolg wichtig sind, erklärt Stefan C. Wolter im Video.

Weitere Themen des Gesprächs sind:

  • Welche Massnahmen gegen den Lehrermangel helfen und welche nicht
  • Die Vor- und Nachteile des Wettbewerbs unter den Kantonen für das Bildungswesen
  • Wie der Schweizer Bildungssektor verbessert werden könnte