Das Rentenalter gehört zu den umstrittensten Stellschrauben, wenn es um die Reform der AHV geht. Anstelle einer generellen Erhöhung wäre auch ein Übergang zu einem Lebensarbeitszeit-Modell ein gangbarer Weg, wie Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger im Interview mit Fabian Renz vom Tages-Anzeiger ausführt. In diesem Modell wäre nicht mehr das Rentenalter für alle gleich, sondern die Anzahl der gearbeiteten Jahre.
Die Einführung einer Lebensarbeitszeit würde dem Trend entgegenwirken, dass immer mehr Menschen erst im Alter von 30 Jahren zu arbeiten beginnen, sagt Christoph A. Schaltegger, Direktor des IWP. Heute bekomme ein Akademiker, der erst studiere, bevor er in den Beruf einsteige, im selben Alter AHV wie ein Arbeiter, der in der Regel schon vor dem 20. Geburtstag im Beruf tätig sei.
«Dies wird vermutlich von einigen als ungerecht empfunden. Das Lebensarbeitszeitmodell würde also in einem gewissen Sinn zu einer Stärkung des Versicherungsprinzips führen.»
Allerdings wäre die AHV mit diesem Schritt nicht nachhaltig saniert. Die Lebenserwartung der Schweiz sei weiterhin steigend bei tiefer Geburtenzahl. Das bedeute, dass immer mehr Rentner durch immer weniger Arbeitstätige finanziert werden müssen. Die Bevölkerung komme daher in Zukunft nicht darum herum, insgesamt länger zu arbeiten.
Wie die Lebensarbeitszeit konkret gestaltet werden muss, damit jene mit körperlich anstrengenden Jobs im Vergleich zu heute früher in Rente gehen können, lesen Sie im Interview im Tages-Anzeiger. Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger und Dr. Patrick Eugster haben eine Studie zu diesem Thema verfasst, die Sie ebenfalls in den Links finden.