Beiträge
IWP 04. April 2023

«Banken agieren ausserhalb der Marktwirtschaft», sagt Adriel Jost.

A woman crosses a road as logos of the Swiss banks Credit Suisse and UBS are displayed on buildings in Zurich, Switzerland on Saturday, March 18, 2023. (KEYSTONE/Michael Buholzer).

Den Bankensektor könne man nicht mit anderen Wirtschaftssektoren vergleichen, schreibt Dr. Adriel Jost, Fellow des IWP, in einem Gastkommentar in der «NZZ». Dies gelte es bei der Diskussion um die Bankenregulierung zu bedenken, die die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS neu entfacht habe.

Der Bankensektor bewege sich ausserhalb der Marktwirtschaft, sagt Jost. Banken schöpfen Geld, indem sie Kredite vergeben. Für diese Tätigkeit benötigen sie eine staatliche Lizenz. Damit seien Banken eher staatsnahe Betriebe, die im Verbund mit staatlichen Institutionen wie der Zentralbank ein funktionierendes Geld- und Kreditsystem bereitstellen. Das Bankwesen müsse daher wie eine öffentliche Einrichtung verstanden werden.

Die vielfältigen negativen Auswirkungen einer Insolvenz verhindere, dass der Staat Banken einfach Konkurs gehen lasse. Jost schlägt daher vor, Banken wie andere staatsnahe Betriebe zu regulieren. Wie ein solches Reglement in Grundzügen aussehen könnte, erklärt Adriel Jost in seinem Kommentar.

Zur Person

Adriel Jost ist seit März 2023 Fellow am IWP. Aktuell baut er ein neues Ökonomie-Startup auf. Von 2020 bis 2022 war er Partner und CEO des Beratungsunternehmens WPuls AG, von 2018 bis 2020 arbeitete er als Chefökonom von Wellershoff & Partners. Zuvor war er acht Jahre lang bei der Schweizerischen Nationalbank aktiv, davon drei Jahre als Berater des Vizepräsidenten des Direktoriums. Adriel verfügt über einen Doktortitel in International Affairs and Political Economy der Universität St. Gallen. Er ist im Kanton Luzern aufgewachsen und hat Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen, Singapur und Perth studiert. Adriel tritt regelmässig in Schweizer und internationalen Medien als Wirtschaftsexperte auf.
Wp 7756 adriel jost 188